Oscars 2017 – The Winner is… | Film-Freak

Special

Teilen auf:

Oscars 2017 – The Winner is…

Leo
Special-Typ:
Von Leo
Veröffentlicht am Dienstag, 28.02.2017, um 21:54 Uhr

Eigentlich hätte man 2017 denken können das es, was die Oscars betrifft, ein sehr vorhersehbares Jahr wird. Gab es doch mit  Damien Chazelles „La La Land“ schon vorab einen ausgewiesenen Favoriten. Ganze vierzehnmal war das filmisch aufbereitete Musical nominiert und in nahezu allen Kategorien nicht nur hoffnungsvoller sondern berechtigter Anwärter auf die Auszeichnungen. Manchmal kommt es allerdings anders.

2017 war, was die Verleihung der Academy Awards angeht, schon im Vorfeld Rekordträchtig und kontrovers politisch angehaucht. Rekordverdächtig wegen der vierzehn Nominierungen für „La La Land“ und der insgesamt zwanzigsten Nominierung für Schauspielerin Meryl Streep. Politisch sollte es vor allem wegen erwarteter Proteste gegen den Präsidenten der U.S.A., Donald Trump, werden. Dieser reagierte, entgegen seiner sonstigen Gepflogenheiten, aber nicht mal auf Jimmy Kimmels Tweet mit der Frage ob der @Potus denn Wach sei. Jimmy Kimmel führte zum ersten mal durch die Veranstaltung und man muss sagen er hat seine Sache gut gemeistert. Ein paar Fremd- Schäm Momente gab es natürlich. Die gibts in jedem Jahr und man weis nie so genau ob sich da einer der Autoren für besonders witzig gehalten hat oder ob es einer Improvisation des jeweiligen Moderators geschuldet ist. Bei Kimmel kam dieser Moment als er sich über den Namen eines asiatischen Gastes „belustigte“. Eher schwach. Die guten Momente gab es zwar auch aber in gänze blieb der erwartete offene Schlagabtausch mit dem in Künstlerkreisen anscheinen so unbeliebten Präsidenten aus. Kimmel motzte sich unter Bezugnahme auf Filmgeschichte und aktuelle Ereignise durch seine Moderation. Offensichtlich darauf hoffend das Trump sich zu einem Schnellschuss via Twitter hinreissen lassen würde auf den man weiteres aufbauen könnte. Doch der kam nicht. Nicht einmal als Jimmy Kimmel dann den erwähnten Tweet absetzte in dem er nachfragte ob Trump noch wach sei. Der politische Protest verlief weitestgehend subtil und Schaumgebremst. Der iranische Regisseur Ashgar Farhadi prangerte in einem offenen Brief das „Einreise- Dekret“ an, eine große Branchen- Agentur hatte vorab anstatt zur jährlichen Party zu einer „Kundgebung“ geladen und einige der Stars marschierten mit blauen Anstecknadeln der Bürgerrechtsorganisation ACLU über den Roten Teppich. Einem Verein der sich für Meinungsfreiheit und die Rechte von Homosexuellen engagiert. Dazu die Spitzen von Kimmel der Meryl Streep mit dem Trump- Zitat als „uninspirierend und überbewertet“ begrüßte und die Rekord- Nominierte fragte ob sie ein Kleid von Ivanka Trump tragen würde. Richtiger Protest wurde nur einmal ganz kurz laut als der Schauspieler Gael Garcia Bernal als Laudator darauf hinwies das er als Mexikaner der im Ausland arbeite gegen jede Art der Mauer wäre. Das erwartete „Hollywood versus Trump“- Spiel blieb allerdings aus. Der Ablauf lässt ohnehin kaum Raum für wirkliche Statements. Streep, bei den Golden Globes noch für ihre anprangernde Rede gegen die Trumpschen Mißstände gefeiert, hätte diese, im Fall eines Gewinnens, in den 45 Sekunden die jedem Preisträger zugedacht wurden wohl gar nicht untergebracht. Das strikte Einsetzen der Musik hätte es schlicht verhindert. Diese „selbstzelebrieren“ und die Verweigerung der wirklich offenen Konfrontation kann man allerdings auch als Botschaft sehen. Die Branche bleibt bei sich, feiert sich selbst und sendet ein „sieh her, Trump, wir feiern trotzdem“ in die Welt. Oscar ist eben Oscar und keine Parlaments- Sitzung.

And the Winner is….

Genau so Schaumgebremst wie die Trump- Kritik war dann auch der im Vorfeld als „Riesig“ prognostizierte Erfolg des Favoriten. „La La Land“ setzte sich in viel weniger Kategorien durch als angenommen. Von den vierzehn Chancen die der Film hatte wurden am Ende sechs Trophäen mitgenommen. Damien Chazelle sicherte sich den wichtigen Oscar in der Sparte „Beste Regie“, dazu gab es „Beste Kamera“, „Bestes Szenenbild“, natürlich „Beste Filmusik“ sowie „Bester Song“ und, dann doch überraschend, den Oscar als „Beste Hauptdarstellerin“ für Emma Stone. Gerade in dieser Kategorie hatten viele Isabelle Huppert für „Elle“ oder vor allem Natalie Portman für „Jackie“ vorne gesehen. Sechs Auszeichnungen bei vierzehn Nominierungen ist wahrlich kein schlechtes Ergebnis. Es gab schon größeres Favoritensterben bei den Preisverleihungen. Richtig dick kam es allerdings am Ende. Warren Beatty und Faye Dunaway verkündeten den Oscar für den „Besten Film“. Allerdings hatten die Laudatoren einen falschen Zettel. Kalkulierter Faux Pas in Zeiten von „Fake News“ oder wirkliches Versehen? Man weis es nicht. Die 89. Auflage der Oskars bleibt aber als jene in Erinnerung bei der ein falscher Gewinner verkündet wurde. Die „La La Land„- Produzenten freuten sich nur kurz. Schon während deren Dankesrede wurde der Irrtum bemerkt und der wahre Sieger „Moonlight“ bekanntgegeben. Das Drama über die Geschichte eines Homosexuellen Afroamerikaners setzte sich am Ende durch und gewann darüber hinaus noch die Kategorie „Bestes adaptiertes Drehbuch“ und „Bester männlicher Nebendarsteller“. Letztere Tophäe bekam Mahershala Ali, hierzulande eher für seine Rolle des Remy Denton in „House of Cards“ bekannt. Der „Moonlight“-  Sieg in diesen wichtigen Sparten und die Auszeichnung als „Beste weibliche Nebendarstellerin“ für Viola Davies und ihre Rolle in „Fences“ halfen dann auch über das Oscar- Problem 2016 hinweg. Der letztjährige „oscarssowhite“ Hashtag verlor in der neuen Auflage etwas an Brisanz. „soblack“ kann man allerdings immer noch nicht sagen. Ruth Nega ging mit ihrer berührenden Performance zum Beispiel leer aus. Bei der Kategorie „Bester männlicher Hauptdarsteller“ gab es allerdings keine Überaschung. Casey Affleck, der kleine Bruder von Ben, im Vorfeld immer als der große Anwärter gehandelt, nahm den Oscar für seine Performance im Drama „Manchester by the Sea“ entgegen und wurde damit seiner Favoriten- Rolle gerecht.  Weiters konnte sich der Film noch die Trophäe für „Bestes original Drehbuch“ sichern und erhielt so immerhin 2 Auszeichnungen aus sechs Nominierungen.

Kein Oscar für Toni

Der als „Bester fremdsprachiger Film“ ins Rennen gegangene „Toni Erdmann“ konnte sich in seiner Kategorie letztlich nicht durchsetzen und musste sich der iranischen Produktion „The Salesman“ geschlagen geben. Maren Ades, vielfach ausgezeichnetem, Film waren im Vorfeld große Chancen vorhergesagt worden. Gerüchten zu Folge wird derzeit ein U.S.- Remake geplant in dem niemand geringerer als Jack Nicholson die Rolle des kauzigen Vaters übernehmen soll und bei dem Maren Ade dann zumindest als Executive Producer mit an Board sein soll. Wer weiß, vielleicht bringt dies dann „über Umwege“ doch noch einen Oscar für Toni.

Oscars 2017 – Was denkst Du haben die richtigen gewonnen?

Kommentare
Antworten

Antwoten