Golden Globes 2017: Drama und Preise | Film-Freak

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Golden Globes 2017: Drama und Preise

Leo
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Von Leo
Veröffentlicht am Samstag, 21.01.2017, um 07:47 Uhr

Alle Jahre wieder startet die Saison der Filmpreis-Verleihungen in Hollywood medienträchtig mit der Vergabe der Golden Globes. Die Mitglieder der Hollywood Foreign Press Association vergeben Preise an die besten Filme, Schauspieler und Fernsehproduktionen des vergangenen Jahres. So auch dieses Mal in der mittlerweile schon 74 Auflage. 2017 war die Verleihung von einiger Aufregung geprägt, dennoch haben die Favoriten gewonnen.

Die Golden Globes sind neben dem Oscar zweifelsohne einer der wichtigsten Hollywood Filmpreise. Auf jeden Fall gelten sie auch als einer der wichtigsten Indikatoren und Wegweiser dafür wer den als Favorit beim „großen Bruder“, den Academy Awards“, zu erwarten ist. Die Golden Globes werden von den Mitgliedern der „HFPA“ vergeben. Dieser Punkt bringt dem Preis seit Jahren nicht nur Lob ein. Die Mitglieder der Foreign Press Association sind nämlich nicht gerade viele. Weswegen man gerne mal ungebührende, einseitig Nähe zu einzelnen Studios unterstellt oder mehr oder weniger laut den Vorwurf von Un-objektivem Fan-Tum erhebt. Auch in diesem Jahr gibt es die ein oder andere Diskussion-würdige Auszeichnung. Nicht zuletzt dadurch das bei den Globes die Preise in den Darsteller- Kategorien auf verschieden Genres aufgeteilt sind. Dazu später etwas mehr. Denn ja neben all der Aufregung die in diesem Jahr mit der Gala-Veranstaltung einher ging wurden auch noch Filme ausgezeichnet und Preise verliehen.

Jimmy Fallon – Brad Pitt – Meryl Streep

Drei Personen standen dieses Jahr im verstärkt im Fokus. Zwei davon waren allerdings nicht als Preisträger vor Ort. Genau wie bei den Academy Awards schaut man nämlich auch bei den Golden Globes penibel auf den Moderator des Spektakels. 2017 war das Jimmy Fallon. Dieser eröffnete mit einer an den großen Favoriten des Abends angelegten Performance. Dieses „La La Land„-Intro war dann gleichzeitig auch schon der Höhepunkt seiner Performance und zeigte sofort das mit allzu großem „Favoriten-Sterben“ wohl nicht zu rechnen ist. Die Moderation als ganzes kann man als solide bezeichnen. Einen großen Auftritt hatte auch Brad Pitt. Es war die Rückkehr in die Öffentlichkeit nach den Schlagzeilen rund um Trennung Drogensucht und Handgreiflichkeiten in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres. Ja er wurde, sichtlich verschlankt, gefeiert „Team Brad“ war an diesem Abend offensichtlich in der Überzahl. Gewonnen hat Mr. Pitt mit Ausnahme dieser Zustimmung allerdings nichts. Er durfte auf der Bühne den von seiner Firma mitproduzierten Film „Moonlight“ präsentieren. Dieser wurde später in der Kategorie Drama als Bester Film ausgezeichnet.

Dann kam Meryl Streep. „Overrated“ oder nicht. Meryl Streep muss man schon aufgrund der vielen Jahre die sie sich im Haifisch-Becken Hollywood hält als Grande Damme bezeichnen. Die Auszeichnung für das Lebenswerk gebührt der Schauspielerin also mit Recht. In der Dankesrede holte Meryl Streep dann auch gleich zum Verbal-Schlag gegen den designierten U.S.-Präsidenten Donald Trump aus und lieferte damit die Szene des Abends. Nicht wenige haben sich danach gewünscht man hätte Sie mit der Moderation der Gala betraut. Die Zustimmung im Saal war natürlich größtenteils vorhanden. Jon Voigt und Clint Eastwood schauten allerdings etwas pikiert in die Kameras. Streep erinnerte an die Situation im Wahlkampf als Trump sich über einen behinderten Journalisten lustig machte und diesen imitierte.

Die Antwort gab „The Donald“ natürlich via Twitter. Er nannte die Schauspielerin eine der „am meisten Überbewerten in Hollywood“. Nun „Überbewertet“ oder nicht die Besorgnis welche Sie mit der Rede zum Ausdruck brachte war ihr durchaus abzunehmen. Die Videos von Trumps Imitation sind im Internet zu finden. Möge sich jeder seine eigene Meinung bilden. Hollywood gibt sich ohnehin zur Zeit politisch, wie lange nicht mehr

Das Politik oder Realitäts- Bezug alleine noch keine gute Dankesrede ausmachen zeigte allerdings auch Preisträger Tom Hiddleston. Dieser erwähnte seine Arbeit für diverse Hilfe-Programme in Afrika und wurde prompt mit einem Shitstorm bedacht der soweit führte das sich der Darsteller kurze Zeit später sogar für die Art der Rede entschuldigte. Im Zuge von Streeps „Trump Diss“ ging das ganze allerdings ohnehin etwas unter.

And the Winner is…

Neben allem Gossip, Skandalen und Skandälchen wurden aber auch Preise vergeben. Der Gewinner des Abends. Die bereits erwähnte Ouvertüre ließ es vermuten war „La La Land„. Ganze sieben Mal war der Film von Damien Chazelle nominiert und ebenso viele Preise wurden ihm auch überreicht. Er dominierte die Komödien/Musical Sparte und gewann neben Bester Film, Beste Regie und Bestes Drehbuch auch noch die Kategorien Bester Soundtrack/Bester Film-Song und die weiblichen sowie männlichen Darstellerpreise.  Kritiker unterstellen spätestens an diesem Punkt dem Vergabe-Komitee ein etwas zu „Großes Fan“-Gehabe. Es mutet auch Jahr für Jahr komisch an das zwar Darsteller und Regie sowie Film- Preise nach Genres getrennt sind, das beste Drehbuch allerdings in einer einheitlichen Kategorie vergeben wird. Wäre eben dieser  letztgenannte Preis an Kenneth Lonergans „Manchester by the Sea“ gegangen hätte dies die Sticheleien sicher entkräftet.  „La La Land“ ist aber natürlich ein würdiger Sieger und es zeigt sich erneut das Musik-Filme derzeit hoch im Kurs stehen und Produktionen in denen sich die Hollywood- Maschinerie selbst zeigt gerade bei Preisverleihungen immer als Favoriten gehandelt werden müssen. „The Artist“ hat es ja in jüngster Vergangenheit vorgemacht.

Ob man das nun als den großen Indikator für die anstehenden Oscar-Verleihungen nehmen kann? Man wird sehen. Denn beim „großen Bruder“ gibt es zum Beispiel keine Genre-Trennung. Dieser Punkt ist den Darstellern Ryan Gosling und Emma Stone allerdings bei den Golden Globes sehr zu Gute gekommen. Casey Affleck gewann bei der Gala den Darsteller-Preis in der Kategorie Drama für seine Rolle in „Manchester by the Sea„. Isabelle Hupert das weibliche Pendant dazu. Ryan Gosling und Emma Stone bekommen es bei den Oscars also mit harter Konkurrenz zu tun. Dramen kommen nämlich bei den Academy Awards auch immer sehr gut an, so das der Bruder von Ben Affleck die Nase nach wie vor etwas vorne haben dürfte. Auch bei den Frauen werden sich dann wohl so illustre Namen wie Natalie Portman, Amy Adams und eben Isabelle Hupert in der Nominierung-Liste finden. Diesem Wettbewerb konnte Emma Stone bei den Golden Globes noch entgehen.

Insgesamt allerdings hätten die Golden Globes 2017, abgesehen von Meryl Streep, etwas mutiger sein können. Der Gradmesser für die Oscars ist in diesem Jahr nicht wirklich gegeben. Denn das „La La Land“ auch dort zu den Favoriten gehört war schon vorab anzunehmen.

Wegweiser für die „Oscars“, was hältst Du von den „Golden Globe Awards“?

Alle Infos zu dem erwähnten Film:

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