Neuer „James Bond“? – Super- Agenten mit geringer Halbwertszeit! | Film-Freak

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Neuer „James Bond“? – Super- Agenten mit geringer Halbwertszeit!

Leo
Von Leo
Veröffentlicht am Mittwoch, 08.06.2016, um 09:16 Uhr
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Diese Kolumne stellt nur die Meinung des Autors dar und nicht die der gesamten Film-Freak Redaktion!

Aktuell ist Daniel Craig immer noch James Bond 007, Geheimagent im Auftrag ihrer Majestät. Interviews zufolge würde er sich allerdings „lieber die Handgelenke aufschneiden, als noch einmal in die Rolle zu schlüpfen.“ Mehrere Bewerber bringen sich in Stellung. An Sean Connery wird trotzdem wieder keiner heranreichen.

James Bonds Rechnung: 7 – 4 = 1?

Eins, zwei, vier und sieben. Das scheinen die Lieblingszahlen von James Bond zu sein! Oder zumindest jene der Macher. Erster Bond war Sean Connery, er verkörperte die Rolle insgesamt siebenmal. Nachfolger George Lazenby schaffte darauffolgend nur einen Auftritt. Ganz anders Roger Moore, der nach dem einmaligen Comeback von Connery anschließend ebenfalls ganze siebenmal ran durfte. Erinnert sich noch jemand wer Roger Moore beerbt hatte? Richtig Timothy Dalton, der spielte den Agent aber auch nur magere zweimal. Pierce Brosnan durfte im Anschluss viermal die Welt retten. Bei vier „James Bond“ – Filmen steht nun auch der momentane Darsteller Daniel Craig. Es scheint als würde sich ein Schauspieler in der Agenten- Rolle schlechthin schnell verbrauchen. Bestimmt ist da was dran.

Geschüttelt, nicht gerührt

Weil Daniel Craig schon während der Dreharbeiten zum letzten Bond-Film ganz offen über Aufhören sprach, hatten gleich zwei Schauspieler ihre Agenten-Ambitionen angemeldet. Tom Hiddleston, bekannt als „Loki“ aus den „Thor“ und „Marvels The Avengers“ – Filmen, lobte die Agenten-Saga in einem Interview ausführlich und überschwänglich. Er wäre sich „der körperlichen Anforderungen der Rolle bewusst und würde diese sehr ernst nehmen“. Passend dazu spielt Hiddleston in der neuen AmazonPrime – Serie „The Night Manager“ einen Geheimagenten. Etwas ernsthafter scheinen mir da die Avancen von Hugh Jackman. Gerüchten zufolge wurde es dem Schauspieler schon einmal angeboten den britischen Gentleman zu verkörpern. Die Dreharbeiten zu „X-Men“ sollen ein Engagement verhindert haben. Roger Moore hält ihn, laut einem Interview, für die perfekte 007-Besetzung. Jackman selbst heizte Gerüchte  mit einem Post auf seinem Twitter-Account an. „Geschüttelt, nicht gerührt“ steht da unter einem Bild das den Australier mit einem Martini-Glas zeigt. Rein optisch würde das natürlich passen. Hugh Jackman  würde sicherlich keine Kritiken à la Craig ernten. Der musste sich zum Start bei „Casino Royale“ noch anhören dass er mit 178 cm zu klein wäre und auch sonst wenig dem Bild eines echten „James Bond“ entspräche. Kritiken denen er zum Glück vier energische Antworten als Widerlegung entgegensetzte.

Während die  Produzenten noch um einen weiteren Auftritt von Daniel Craig kämpfen, lässt dieser über sein Management verlauten es gäbe noch keine  „Entscheidung und deswegen keinen offiziellen Kommentar“. Eine Formulierung die natürlich die Spekulationen weiter befeuert. Gerüchten zufolge strebt er einen Wechsel zu ernsteren Rollen an. Seine Ziele formulierte er einmal mit dem Zitat „Für einen Schauspieler mit Ambitionen muss es einfach irgendwann auch ein Oscar sein“. Diesen als Bond zu gewinnen scheint eher unmöglich. Dafür ist die Geheimagenten-Rolle nicht gemacht und gibt schauspielerisch zu wenig her.

Das Prinzip „Bond“

Mal ehrlich, die Rolle ist  nicht unbedingt mit viel schauspielerischem Tiefgang ausgestattet. Dauerndes „Geschüttelt, nicht gerührt“ beim Martini bestellen. Ständig auf der Flucht vor Gangstern und Explosionen bis man in die Arme des jeweiligen Bond-Girls fällt. Dazu braucht man jetzt nicht unbedingt De Niro´sches Method Acting Talent. Bei Bond geht’s um Spannung, Spaß, Action, Gut gegen Böse und natürlich die Technik Gadgets von Q.  Ich will hier keinem der Darsteller sein Talent absprechen. Es ist aber schon so, dass die Bond Filme eher von der Ausstrahlung des jeweiligen Akteurs, dem speziellen Erzähl-Stil und vor allem von der Technik und Action drumherum leben, als von profunder Darstellung. Deswegen ist für mich Sean Connery der beste. Es war der Produktions-Zeit geschuldet dass die Action-Szenen in den 60er Jahren heute ein wenig wie Slapstick-Einlagen wirken. Die Explosionen verwackelt, die Technik noch nicht so ausgereift. Ganz zu schweigen von den digitalen Standards die sich Filmemachern bieten. Ein Bond mit einem jungen Connery gemacht mit den heutigen technischen Möglichkeiten wäre ohne Zweifel ein riesen Erfolg. Am liebsten wäre es mir ohnehin man würde Sean Connery für einen letzten Film zurückholen und das Bond-Universum dann schließen; Bevor man akute Gefahr läuft sich in Zitaten oder Wiederholungen zu verlieren. Das wird nach dem Erfolg von „Spectre“ aber nichts werden, denke ich und so wird es munter weitergehen mit dem Retten der Welt, Frauen umarmen und am Ende gewinnen. Ein Weitergehen mit Daniel Craig würde ich durchaus begrüßen, denn unter allen bisher eingesetzten Darstellern ist dieser nämlich für mich der zweitbeste. Die Eintags-Fliegen Dalton und Lazenby außen vorgelassen; waren mir sowohl Roger Moore, als auch Pierce Brosnan etwas zu stilvoll und managerhaft. Die raue, unkonventionelle Art mit der Daniel Craig seinen Bond verkörpert entspricht da schon mehr meinem Geschmack und auch den typischen trockenen Humor nehme ich Daniel Craig mehr ab, als seinen direkten Vorgängern. Ein Wechsel zu Hugh Jackman könnte da nicht nur optisch einen Rückfall in alte Zeiten bedeuten. Eines haben allerdings alle Bond-Darsteller gemeinsam: Das Agenten-Image blieb an ihnen auch nach dem Ende haften. Vielleicht reicht für Craig ja erstmal eine kleine Pause um eventuellen Abnutzungserscheinungen vorzubeugen. Wie man hört soll er demnächst in der TV-Serie „Purity“ mitspielen. Der „Bond“ -Produktionsfirma MGM scheint der Wert ihres Zugpferdes durchaus bewusst zu sein und so soll Gerüchten zufolge sogar die Möglichkeit ins Auge gefasst werden den nächsten Teil erst 2018 zu produzieren um Daniel Craigs Terminkalender aufzulockern. Da mein Wunsch nach einem aktuellen Ableger der Reihe mit einem Connery von damals wohl doch nicht so leicht zu erfüllen ist hoffe ich auf eine Fortführung der Verbindung Craig/Bond. Ein Besserer ist für mich nicht in Sicht.

Daniel Craig? Tom Hiddleston? Hugh Jackman? Oder ein ganz anderer? Wer wäre Dein Favorit?

In der Kurzfassung:
Die Rolle des "James Bond" scheint Schauspieler abzunutzen. Seit dem Abschied von Roger Moore kam kein Darsteller über vier Einsätze hinaus. Nun liebäugelt Daniel Craig mit dem Ende als Agent. Tom Hiddleston und Hugh Jackman bringen sich für die Nachfolge in Stellung. Ich bin dafür, dass Craig bleibt.

Alle Infos zu dem erwähnten Film:

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