„In the End…“ – Der Jahresrückblick eines Film-Redakteurs | Film-Freak

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„In the End…“ – Der Jahresrückblick eines Film-Redakteurs

Leo
Von Leo
Veröffentlicht am Mittwoch, 07.02.2018, um 16:36 Uhr
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Diese Kolumne stellt nur die Meinung des Autors dar und nicht die der gesamten Film-Freak Redaktion!

Das abgelaufene Jahr ist vorbei. 2018 noch ganz frisch. Einige Dinge die letztes Jahr geschehen sind verdienen es kurz Revue zu passieren. Das letzte mal – bevor wir uns dann mit Spaß und Freude den Dingen, die da (in’s Kino) kommen, widmen. 
Das Jahr 2017: Was für ein Jahr! Es ging los mit „The Donald“; er löste einen medialen Aufschrei rund um Wahlgewinn und Vereidigung als US- Präsident aus. Branchentechnische Speerspitze des ganzen war „Meryl Streep´s Golden Globe- Rede„. Sie bekam von Trump einen eigenen Twitter-Spitznamen – etwas, das nur ausgewählte in Ungnade gefallene, Personen bekommen. Die Preisverleihungen rückten, ob des Stakkatos, das Frau Streep da abließ, in den Hintergrund. Es waren ohnehin die Favoriten, die abgeräumt haben: „Moonlight„, „La La Land„, Emma Stone und Casey Afleck. Die veritablen Oscar-Gewinner waren damit bereits in die Waagschale geworfen. Das Sing-Spektakel von Damien Chazelle räumt dann auch dort ab. Erwartungsgemäß. Die Branche an sich war 2017 sowieso eher ein wenig „auf Nummer sicher gehend“. Prequels, Sequels und Neu-Verfilmungen stellen die erfolgreichsten Film-Veröffentlichungen dar. Meine Top zehn: Disneys Neu-Verwertung des Haus-Stoffes „Die Schöne und das Biest“ führt meine Liste an. Der mittlerweile achte Ableger der Auto-Tuner Saga „Fast and Furious“ folgt auf Platz zwei, knapp vor dem neuen „Star Wars „. Ohne die diversen Spin-Offs handelt es sich bei „The Last Jedi“ auch schon um den achten Teil der Saga; ein Ende ist nicht in Sicht. Rechte-Inhaber Disney nahm die Promo-Phase zum Anlass und verkündete eine weitere Trilogie: Episoden zehn bis zwölf sind demnach bereits in Planung. Weiterhin hoch im Kurs: Comic- Verfilmungen: Guardians of the Galaxy„, „Thor„, „Spiderman (Homecoming)“ und „Wonder Woman“ sind die vier Adaptionen unter den ersten zehn. „Pirates of the Caribbean“ und die Verfilmung des Stephen King Klassikers „Es“ machen die zehn voll. Nach langem Warten wurde auch noch die „Avatar„-Fortsetzung angekündigt. James Cameron hat extra Technik entwickelt. Fünf weiter Teile sind in Planung. Zwei davon kommen sicher. Drei weitere bezeichnete Cameron als „abhängig vom Erfolg“. Understatements musste man dem „Titanic„-Regisseur noch nie vorwerfen. Auch hierzulande hat sich einiges getan. Toni Erdman räumte europaweit Preise ab. Den großen Wurf bei den Oscars konnte Maren Ade allerdings nicht landen. So bleibt „Das Leben der anderen“ vorerst der letzte deutsche Gewinner.
Was noch?
Böhmermann wollte die Kanzlerin verklagen. Der dritte Teil von „Fack ju Göhte“ mit dem verheißungsvollen Untertitel „Final Fack“ ist leider nicht besser als der zweite Teil und bestärkt in meiner Meinung, dass man es bei einem Film hätte belassen sollen. Ich hoffe keiner kommt in 20 Jahren auf die Idee da ein „Abitreffen“ zu organisieren. Die lang erwartete Reunion der Wilden aus Edinburgh rund um Renton war da schon etwas solider: Der zweite Teil von „Trainspotting“ als Buch ja unter dem Namen „Porno“ schon 2002 erschienen kam in die Kinos. Danny Boyle holte die Original-Crew zurück, ließ genug Zeit verstreichen, damit man den Protagonisten, die ins Land gezogenen Jahre auch abnahm und setzte mit „T2“ zwar keinen Meilenstein wie „damals“; allerdings doch eine würdige Fortsetzung. Der „La La Land„-Erfolg lässt befürchten, dass uns eine ganze Menge, vorsichtig ausgedrückt, nicht ganz so gute Musikfilme ins Haus stehen und wenn Ryan Gossling demnächst mal selber nach Deutschland kommt ist eine „Goldene Kamera“ bestimmt nicht weit. 2017 ging diese noch an ein Double und das mittlerweile abgesetzte „Circus Halligalli“ und landete damit den Fernseh-Coup des Jahres. Absetzung war dann auch noch ein Thema 2017. Die Sitcom „2 Broke Girls“ wurde nicht verlängert und so einem würdigen Ende beraubt. „House of Cards“ wird nach der kommenden, 6. Staffel beendet und die Gerüchte um ein Aus von „Big Bang Theory“ nach Staffel zehn kochen aktuell auch wieder hoch. Highlight aus Sicht der Serien-Addicts war dann allerdings die 7. Staffel von „Games of Thrones“. Die Freude war groß; allerdings müssen die Fans auf die Fortsetzung bis 2019 warten. Mit Staffel acht ist dann ebenfalls Schluss. Ableger und Spin- Offs natürlich nicht ausgeschlossen…
Me too? – Du auch?
In der zweiten Hälfte des Jahres kam die Welle, welche die Filmbranche in Aufruhr versetzte: Harvey Weinstein. Aber der Reihe nach. Gerüchte gab es schon länger. Hinter vorgehaltener Hand wurde getuschelt, immer wieder offensichtlich auch konkreteren Verdachtsmomenten nachgegangen. 2015 noch soll H.W. von der Polizei befragt worden sein. Die Frau, die ihn der „unangemessenen Berührungen“ beschuldigte, ein Model aus Italien. Damals wurde die Dame noch als Erpresserin verunglimpft. Sie stamme aus Berlusconis „Bunga Bunga“-Umfeld und wolle sich mit den Vorwürfen wichtig machen. Es wurde keine Anklage erhoben.
Doch 2017 nahm das ganze Fahrt auf und Harvey Weinstein stolperte über alles was dann schon immer alle gewusst haben wollen oder sollen. Quentin Tarantino hatte wenigstens noch die Chuzpe sich hinzustellen und zu entschuldigen. Aber wie das so ist, nicht nur in Hollywood, ist die Lawine erst mal am rollen nimmt sie mit was geht. Kevin Spacey mutierte zur „persona non grata“ in der Branche, verlor seine Image-trächtige Hauptrolle als Frank Underwood in „House of Cards“, Star-Regisseur Ridley Scott schnitt ihn aus seinem neuen Film und ließ nachdrehen. Ben Affleck und Matt Damon wurden Ziel der „They Know“-Kampagne rund um Mitwisserschaft der Weinstein’schen Taten. Woody Allen sieht sich neuen Anklagen gegenüber und der Hashtag #meetoo vereint Kritiker und Befürworter gleichermaßen. Wie schnell sowas manchmal gehen kann zeigt wieder Meryl Streep. Anfang 2017 noch wegen der Anti-Trump-Rede gefeiert und verehrt, war die Dame dann am Ende des Jahres ungewolltes Testimonial auf Plakaten in Hollywood. Die an frequentierten Orten platzierten Sujets zeigten Streep mit Harvey Weinstein und dem Schriftzug „She knew…“. Man hatte ihr „Doppelmoral“ vorgeworfen weil Sie in Kenntnis der „Taten“ geschwiegen und Weinstein in einer Dankesrede auch einmal als „God“ bezeichnte hat. Schwieriges Thema. Dazu demnächst in einer eigenen Kolumne mehr. Denn dieser Skandal wird uns bestimmt 2018 weiter begleiten. Spätestens bei der nächsten „House of Cards“- Staffel ohne Kevin Spacey. Einer der deutschen Höhepunkte des abgelaufenen Jahres ist nun, kurz nach Start 2018 dabei sich so richtig zu entfalten. Fatih Akins „Aus dem Nichts“ gewann gerade den Golden Globe und befindet sich im Rennen um den „Best foreign Language“- Oscar.  Wie sich der großartige Film dort schlägt ist dann allerdings ein Thema für den Jahresrückblick 2018.
Was waren für Dich die Highlights 2017?
In der Kurzfassung:
2017 ist vorbei: Wie war das Jahr in dem Donald Trump Präsident wurde und filmisch der Große nicht wirklich gelungen war für einen Film-Redakteur?

Alle Infos zu dem erwähnten Film:

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