3D in Filmen – Sinnvolle Innovation oder Geldmacherei? | Film-Freak

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3D in Filmen – Sinnvolle Innovation oder Geldmacherei?

René
Von René
Veröffentlicht am Sonntag, 24.07.2016, um 17:36 Uhr
Achtung:

Diese Kolumne stellt nur die Meinung des Autors dar und nicht die der gesamten Film-Freak Redaktion!

Vor einigen Jahren begann ein merkwürdiger Trend: Filme in 3D. Dieser Trend hat sich im Laufe der letzten Jahre nicht nur etabliert, nein er gehört mittlerweile zum guten Ton für große Blockbuster Produktionen. Wohin man auch guckt, kein großes Filmstudio kommt noch ohne den Zusatz aus. Ob dieser Trend sinnvoll ist und Filme bereichern kann, oder nur unnötige Effekthascherei ist und einigen Filmen sogar schadet, muss jeder selbst entscheiden. Ich werde in den kommenden Zeilen ein wenig die Hintergründe dazu beleuchten.

Aber zu erst einmal: Was ist eigentlich ein dreidimensionaler Film oder ein dreidimensionales Bild und wie wird dieser Tiefeneffekt erreicht? Die dritte Dimension soll dem Zuschauer ein Gefühl der räumlichen Tiefe vermitteln und dafür sorgen, dass er quasi mitten im Geschehen ist. Der Zuschauer soll also noch stärker in das Gezeigte eintauchen können, um so die größtmögliche Immersion zu erlangen. Um das zu erreichen wird ein stereoskopisches Verfahren angewandt. Stereoskopie (zum Vergleich: zweidimensionale Bilder/ Filme werden monoskopisch genannt) leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet so viel wie „Den Raum betrachten “ oder „räumlich sehen“. Es wird also eine Illusion erschaffen, eine Tiefe in den gezeigten Bildern vermittelt, die in Wirklichkeit gar nicht vorhanden ist. Wir Menschen betrachten die Welt aus zwei verschiedenen Blickwinkeln. Das bedeutet, dass unser linkes Auge die linke Seite unserer Umgebung wahrnimmt und das rechte Auge erfasst die rechte Hälfte. Unser Gehirn erschafft dann, aus diesen beiden Bildern ein einziges dreidimensionales. Das hat den Vorteil, dass wir nicht ständig den Kopf drehen, oder bewegen müssen um unsere Umgebung wahrzunehmen. Mit der Erkenntnis, dass unsere Augen jeweils unterschiedliche Informationen aufnehmen wissen wir nun, dass mit Stereoskopie, pro Auge jeweils ein zweidimensionales Bild zu einem ganzen gewandelt wird. Hierfür gibt es verschiedene Techniken und Methoden auf die ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen will. Frühe Experimente und Filmversuche begannen bereits Anfang des 19. Jahrhunderts. Der erste richtige 3D Film, entstand in den 50er Jahren und trägt den Namen: „Bwana der Teufel„. In diesem Film geht es um Großwildjäger, die auf der Jagd nach einem Löwen selbst zur Beute werden. In den 50er Jahren wurden dann die ersten Fernsehgeräte populär und Kinos hatten mit schwindenden Zuschauern zu kämpfen. Ein Ereignis, dass sich heute wiederholt, doch dazu später mehr. Um die Menschen wieder ins Kino zu locken, wollte man ihnen etwas bieten, dass sie zu Hause am Fernseher nicht bekommen konnten: Ein dreidimensionales Film-Erlebnis.

Die ersten Filme waren damals, natürlich noch schwarz/weiß und weit entfernt von der Qualität heutiger Filme. Dennoch hatten viele Leute wieder einen Grund ins Kino zu gehen um die neue „atemberaubende“ Technik mit eigenen Augen zu erleben. Sieht man sich eine Liste aller bisher erschienen 3D Filme einmal an, bemerkt man, dass die Hochkonjunktur in den 50er und 60er Jahren stattfand. Danach ebbte der Trend schnell wieder ab und Filmemacher besannen sich wieder auf andere Stilmittel. In Freizeitparks gab es noch das ein oder andere Experiment mit dieser Technik. James Cameron drehte 1996 einen 3D Film für die Universal Studios in Florida mit dem Titel „Terminator T2 3D Battle Across Time„, der als teuerster Kurzfilm aller Zeiten in die Geschichte einging. Danach blieb es längere Zeit eher ruhig und es kamen wenig teure Produktionen mit 3D – Effekt. Vor ca 7 Jahren Zeit erlebten wir, quasi ein Revival des 3D Films. Erneut war es James Cameron der mit der Technik arbeitete und mit „Avatar: Aufbruch nach Pandora“ einen wahren 3D-Hype ins Leben rief. Natürlich war die Technik damals beeindruckend und jeder wollte diesen Effekt, den die meisten in dieser Form noch nicht kannten, ausprobieren. Allerdings waren es nicht nur große Blockbuster, sondern auch viele kleine Produktionen die auf diesen Hype aufsprangen. Alles trug damals 3D im Namen.

Doch wieso gerade jetzt? Mit Hilfe von dubiosen Internetseiten ist es heutzutage einfacher als je zuvor Filme zu sehen ohne zwangsläufig dafür zu bezahlen. Kinobetreiber und Filmstudios haben erneut mit sinkenden Umsätzen zu kämpfen. Allerdings ist es heute nicht mehr unbedingt das Fernsehen, sondern das Internet, dass Menschen auf den Gang ins Kino verzichten lässt. Innerhalb weniger Sekunden kann man sich aktuelle Blockbuster, Filmklassiker oder Serien entweder auf den Computer streamen oder gleich auf die Festplatte laden. Verhältnismäßig wenige User gehen dabei den ehrlichen Weg und zahlen für Ihre Filme. Nicht umsonst werden im Kino Werbespots gezeigt, die den Leuten eindringlich machen sollen, dass raubkopieren ein Verbrechen ist und darauf hohe Geld- oder sogar Freiheitsstrafen stehen. Was also tun, wenn die Menschen lieber zu Hause anstatt im Kino Filme gucken? Richtig! Ihnen etwas bieten, was sie zu Hause nicht, oder nicht in dieser Form haben. Doch zu welchem Preis? Und das meine ich jetzt nicht im übertragenen Sinne. Eine Kinokarte kostet, je nach 3 D Film und ggf. Überlänge, bis zu 17,00 € bei großen deutschen Kinoketten. Wer nicht gern allein ins Kino geht multipliziert diesen Betrag dann einfach mit x, zuzüglich Popcorn, Getränke, Benzin und Parkgebühren. Für das Geld kann man sich den Film sowie Snacks und Getränke kaufen und immer wieder ansehen.

In den letzten Jahren bestand der einzige 3D – Effekt vieler Filme darin, irgendetwas in Richtung Publikum zu schmeißen. Von Pistolenkugeln, über Äxte, Splitter oder CGI – Blut war alles dabei. Viele der Filme sind nicht einmal nativ in 3D gedreht worden, sondern erst nachträglich am Computer konvertiert worden, um sich auch noch schnell ein Stück vom Kuchen zu sichern. Hinzu kommt, dass es für Brillenträger nicht immer angenehm ist einen Film in 3D zu sehen. So muss die billige Plastikbrille, die es in den meisten deutschen Kinos gibt, erst mühselig über die vorhandene Sehhilfe gestülpt werden. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass dieses Konstrukt in den meisten Fällen schnell wieder verrutscht und mehrfach, während des Films nachjustiert werden muss. Eventuelle Kratzer an der eigenen Brille sind dabei leider genauso vorprogrammiert, genauso wie Kopfschmerzen. Das menschliche Auge braucht erst einmal ein paar Minuten um sich an die neue Herausforderung zu gewöhnen. Viele Menschen bekommen von Vorführungen in 3D sogar Kopfschmerzen oder übermüdete Augen. Bei schnell geschnittenen Actionszenen kommt das menschliche Auge teilweise gar nicht hinterher und das Bild erscheint eher unscharf und verschwommen. Ein weiterer Nachteil ist das deutlich dunklere Bild bei Vorführungen in 3D. Auf Nachfrage bei einer großen deutschen Kinokette wurde dieser Umstand den die dunklen 3D-Brillen zugeschrieben. Dies kann aber auch daran liegen, dass der jeweilige Projektor nicht in der Helligkeit angepasst wurde. So oder so stellt man fest, dass in den meisten Fällen die 2D Version des Filmes deutlich heller und farbenfroher ist.

Bereits vor einigen Jahren sind auch Hersteller von Fernsehgeräten und Spielkonsolen auf den Zug aufgesprungen. Um ehrlich zu sein kenne ich kaum jemanden, der beim Fernseher oder der Konsole regelmäßig und gerne den 3D – Effekt nutzt. Zusammenfassend kann man sagen, dass 3D in Filmen ein Thema ist, welches die Gemüter spaltet. Während die einen es lieben und die Technik als sinnvolle Innovation feiern, stehen andere dem Thema eher skeptisch gegenüber und ärgern sich über das viel zu dunkle Bild und den Aufschlag an der Kinokasse.

Wie stehst Du zum Thema 3D in Filmen?

In der Kurzfassung:
Filme in 3D gehören in unserer Kinolandschaft mittlerweile zum guten Ton. Doch steckt hinter diesem Trend nur Geldmacherei oder doch mehr?
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  • 9. August 2016 auf 18:59

    Also IN DIESER FORM ist die Kolumne echt mal GAR NIX wert. Kein einziger neuer Aspekt zu einer jahrealten Diskussion.
    Wozu diese vielen Worte?!

  • René
    14. August 2016 auf 21:41

    Hallo Jan, danke für dein Feedback! Was hättest du dir denn gewünscht? Es ging mir eigentlich eher darum eine Diskussion anzuregen, als meine Meinung als unumstössliche Wahrheit zu definieren.

  • Janina
    16. September 2016 auf 6:18

    Also ich muss sagen, dass bei den letzten Filmen die ich in 3D geschaut habe, gar keine Effekte kamen. Da war eigentlich gar nichts 3D. Es ist nur geldmacherrei und eine Möglichkeit, das illegale Abfilmen zu unterbinden, da das Bild ohne Brille verschwommen ist.

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