Visions | Film-Freak

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Plakat zu "Visions" © 2015 Blumhouse Productions

Visions

Startdatum
Regie
Schauspieler
Genre
Film-Freak
User
08. August 2016 - 1 Std. 22 Min.
2.5

Inhaltsangabe

Eveleigh verursacht einen Verkehrsunfall, bei dem eine andere Frau ihr ungeborenes Kind verliert. Ein Jahr später ist Eveleigh selber schwanger und zieht mit ihrem Ehemann gerade in ein neues Haus ein, das auf einem Weinberg liegt. Anfangs ist das neue Leben dort angenehm, doch dann leidet die werdende Mutter immer öfter unter schrecklichen Visionen. Sind diese nur lebhafte Phantasien - verursacht durch Psychopharmaka, die Eveleigh noch immer konsumiert, weil sie seit dem Unfall unter schweren Schuldgefühlen leidet? Oder könnte es sich tatsächlich um Botschaften aus dem Jenseits handeln, weil inmitten der Weinstöcke vielleicht einst etwas Schreckliches geschah?

Details

Visions
Blumhouse Productions, Chapter One Films
USA
28. August 2015
Lies hier warum:
Film-Freak vergibt für "Visions" 2.5 von 5 Sternen!
2.5 Sterne

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Kritik

Es ist eine verkehrte Welt, in der in Fernsehserien in puncto Splatter inzwischen die Sau rausgelassen werden darf, während in Kino momentan überwiegend blutleerer, seichter Grusel Trumpf ist. Der in manchen Ländern bereits im Sommer 2015 veröffentlichte, aber in Deutschland erst im Frühjahr 2016 gestartete „Visions“ fährt ebenfalls die eher sanfte Gänsehaut-Schiene und vermeidet allzu drastische Blutmomente.

 

Schauspieler – Viele bekannte TV-Gesichter

Hauptdarstellerin Isla Fisher, die immer mit einer anderen rotblonden Hollywoodschönheit, nämlich Amy Adams, verwechselt wird, macht ihre Sache als verängstigte Mutter ganz ordentlich. Zwar ist die hauptsächlich durch schrille Komödiencharaktere bekannt gewordene Schottin bislang nicht mit annähernd so vielen Auszeichnungen überhäuft worden wie Kritikerliebling Adams, sie beweist hier aber, dass sie auch in einer unkomischen Rolle einen eher düsteren Film tragen kann – und ist obendrein nett anzusehen. Äußerst interessant sind die Nebenrollen besetzt, nämlich mit beliebten Serienstars. Eva Langoria, eine Stammschauspielerin in „Desperate Housewives“, huscht mehrmals kurz durchs Bild. John de Lancie, den Sci-Fi Nerds als „Q“ aus diversen Star Trek Serien bekannt, hat auch ein paar Auftritte. Die größte Überraschung dürfte aber Jim Parsons sein: Sheldon Cooper aus „The Big Bang Theory“ wurde hier als Frauenarzt besetzt. Alle Darsteller spielen ihren jeweiligen Part – ob nun groß oder klein – ganz passabel.

Wertung 3/5 Sternen

 

Story – Das Finale rettet es

Die Schauerfilmchen der letzten Zeit haben es ja nicht so mit der Originalität und bedienen sich gerne mal ausgiebig bei den großen Klassikern. Wenn eine schwangere Frau und ihr ungeborenes Kind – also gleich zwei besonders schutzbedürftige Figuren im Doppelpack, deren Schicksal automatisch für intensiven Nervenkitzel sorgen soll – im neuen Heim von einer dunklen Macht bedroht werden, aber niemand der werdenden Mama Glauben schenkt, dann sind die Parallelen zu Roman Polánskis „Rosemaries Baby“ wirklich unübersehbar. Das ist so dermaßen abgekupfert, dass es sich fast schon wieder um ein autorisiertes Remake handeln müsste! Die Weinberge als Schauplatz tun indes überhaupt nichts zur Sache. Erst im letzten Akt geht die Geschichte ganz eigene Wege, indem sie alle zuvor kurz eingestreuten Visionen und Schreckmomente sinnvoll miteinander verknüpft und einen Bogen zurück zum Anfang der Handlung schlägt. Das ist tatsächlich mal eine halbwegs glaubwürdige und vor allem zufriedenstellende Auflösung eines solchen Rätselplots zum Mitraten – gar nicht mal schlecht durchdacht, aber noch nicht genug, um den dreisten Ideenklau zuvor ungeschehen zu machen.

Wertung 2/5 Sternen

 

Regie – Ein Foltermeister ganz zahm

Und noch eine kleine Überraschung hält „Visions“ parat: Sein Regisseur, Kevin Greutert, ist vor allem für sein Mitwirken am „Saw“ Franchise bekannt und dürfte darum dem Filmfreund nicht gerade bei weitgehend harmlosem Jenseits-Grusel in den Sinn kommen. Der besonders häufig als Editor tätige Greutert führte bei den Teilen Sechs und Sieben der Jigsaw-Saga Regie, war aber schon von Anfang bei eben dieser Filmreihe für die hektischen Schnitte als markantes Stilmittel verantwortlich. Hier lässt er es jedoch relativ ruhig angehen. Ob ihm die Torturschocker vielleicht sogar als Fingerübung gedient haben, das sei mal dahin gestellt. Vielleicht wollte er einfach nur mal etwas anderes machen, ohne gleich das Genre komplett zu wechseln. Gelungen ist ihm das, denn sein gemächlicher Streifen lässt unbestreitbar eine gewisse Versiertheit erkennen, auch wenn der innerhalb der Flut von ähnlichen Machwerken in den letzten Jahren keinerlei neue Akzente setzen kann.

Wertung 3/5 Sternen

 

Filmmusik – Schwermut im Hintergrund

Zu behaupten, die Musik von Anton Sanko sei nicht aufdringlich, wäre noch eine Untertreibung. Der bereits seit einem Vierteljahrhundert tätige Film- und Fernsehkomponist, der jedoch kaum jemandem ein Begriff sein dürfte, schuf ein klangliches Zusammenspiel aus Harfengezupfe, Klarinettegetute und Klaviergeklimper, das sich zwar sehr nett und Genre-angemessen anhört, jedoch in vielen Szenen beinahe untergeht. Zu sehr ist Kevin Greuterts Schauerspiel trotz überschaubarer Menge an Effekten auf die visuelle Ebene fixiert, als dass Sankos absolut durchschnittlicher Suspense-und-Depri-Score in irgendeiner Weise auf sich aufmerksam machen kann, geschweige denn aus der Masse an Horrorfilmmusiken hervorsticht.

Wertung 1,5/5 Sternen

 

Nachbearbeitung – Geduld macht sich bezahlt

So wie die Weintrauben auf dem Berg erst mühsam geerntet und verarbeitet werden müssen und ihr Saft lange gären muss, bis ein köstliches Getränk entsteht, so muss auch der Zuschauer sich erst mühsam durch die langatmige erste Stunde mit ihren nur wenigen Highlights quälen, bevor er mit dem durchaus sehenswerten Ende belohnt wird. Bis auf die schick animierte Titelsequenz werden bei „Visions“ die Trickeffekte nur sparsam eingesetzt und sind auch sonst nicht gerade weltbewegend. Gibt sich das Böse im Film jedoch erst einmal zu erkennen und greift an, dann zeigt sich, dass die in vielen Ländern nur als Video on Demand erschienene Produktion aus der auf Low Budget Horror spezialisierten Blumhouse-Filmschmiede (u.a. die Reihen „Paranormal Activity„, „The Purge“ und „Insidious„) wenigstens gescheit genug konstruiert ist, um sich an den klassischen Verlauf der Spannungskurve zu halten. Es endet also mit einem Knall und nicht mit einem Wimmern. Erfreulich auch, dass die in dieser Filmgattung und ihren Artverwandten oftmals überstrapazierten Farbfilter hier keine Verwendung finden.

Wertung 2,5/5 Sternen

 

Fazit – Eine vorsichtige Mini-Empfehlung

Für den Freund des leichten Gruselns dürfte es reichen, für den echten Horrorfan, der es eine Spur derber mag, wohl eher nicht. „Visions“, der im mit Haunted-House-Geschichten gut bestückten Kinojahr 2016 komplett unterzugehen droht, hat dank seines überraschend starken letzten Drittels seine Daseinsberechtigung und muss sich vor den ganzen Ouijabrett-Sitzungen, Geisterjagden und Hexenwaldbegehungen in diesen Tagen nicht verstecken. Also durchaus ein Kandidat für die To-Watch-Liste der Leute, die das Unheimliche mögen.

 

Wertungsdetails

Gesamt: 2.5

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