Tully | Film-Freak

Film

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Plakat zu "Tully" © 2018 Bron Studios

Tully

Startdatum
Regie
Schauspieler
Genre
Film-Freak
User
31. Mai 2018 - 1 Std. 35 Min.
4.0

Inhaltsangabe

Marlo erwartet zusammen mit ihrem Ehemann ihr drittes Kind. Während sie schon mit den beiden älteren Kindern alle Hände voll zu tun hat, wird es mit dem Säugling nicht leichter. Da ihr Mann ihr keine große Hilfe ist, lässt sie sich auf eine Nachtnanny ein, Tully. Die junge Frau, die die lang ersehnte Entlastung darstellt, hat jedoch mehr Auswirkungen auf die Familie, als Marlo je erwartet hätte.

Details

Tully
Bron Studios, Denver and Delilah Productions, Right Way Productions
USA
20. April 2018
Lies hier warum:
Film-Freak vergibt für "Tully" 4.0 von 5 Sternen!
4.0 Sterne

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Kritik

Aus der gleichen Feder wie „Juno“ und „Young Adult“ stammt dieser Streifen über eine dreifache Mutter Marlo, die sich nun neben einer schüchternen Achtjährigen und einem autistischen Fünfjährigen auch noch um ihr Neugeborenes kümmern muss. Wie seine Vorgänger nimmt „Tully“ das Leben einer Frau unter die Lupe mit einem scharfen Blick auf unsere Gesellschaft und der realistischen, ungeschönten Darstellung von menschlichem Zusammenleben. Ob „Tully“ an den Erfolg seiner Vorgänger anknüpfen kann?

 

Schauspieler – Die üblichen Verdächtigen

Mit der Oscar-Preisträgerin Charlize Theron („Monster„) und dem besonders aus dem Horrormovie „Creep“ bekannten Mark Duplass sind bekannte Gesichter vertreten, von denen man nicht weniger als eine großartige Performance erwartet. Die Titelrolle der Nachtnanny Tully ging an Mackenzie Davis, die man schon in „Blade Runner 2049“ in Aktion sehen durfte. Auch letztere ist mehrfache Preisträgerin. Besonders Theron und Davis treffen in diesem Film mit ihrem großen schauspielerischen Repertoire genau den richtigen Ton und erzeugen eine emotional dichte und gleichzeitig optimisitsche Athmosphäre, ohne dass es vor Kitsch trieft. Einzig Ron Livingston, der den desinteressierten Familienvater darstellt, kommt etwas blass herüber, was jedoch auch an seiner Rolle als emotional abwesender Ehemann liegen könnte. Insgesamt wird die Story auf wunderbare Art durch die Schauspieler getragen.

Wertung: 4,5/5 Sternen

 

Story – Ehrlich, liebevoll, optimistisch

Marlo (Charlize Theron) erwartet ihr drittes Kind zusammen mit ihrem Ehemann. Dabei sind die beiden älteren Kids schon anstrengend genung, besonders der wahrscheinlich autistische Sohn Jonah. Weil Marlo schonmal unter einer postpatalen Depression litt, spendiert ihr wohlhabender Bruder der Familie eine Nachtnanny. Marlo ist zunächst skeptisch, weil sie denkt sie müsste alles alleine meistern. Doch als das Neugeborene da ist und Marlo mit ihren Nerven am Ende, beschließt sie der Nanny eine Chance zu geben. Tully kümmert sich nun Nachts um das Baby. Nicht nur ist sie eine große Erleichterung für Marlo, sondern sie stellt auch ihre Welt auf den Kopf. Dieser Film geht nicht um den Sieg über das Böse, sondern er behandelt die täglichen Hürden, die eine mehrfache Mutter zu überwinden hat. Angefangen von den diversen Meinungen die andere über das Mutterdasein haben über die Weigerung Hilfe anzunehmen bis hin zur Sexualität eines Paares nach der Schwangerschaft ist ein breites Spektrum an Konflikten vertreten. Später kommt dann auch noch Action dazu, doch dazu wird an dieser Stelle nichts weiter verraten. „Tully“ ist mit einer vielschichtigen Story gesegnet, die zum Nachdenken aber auch zum Lachen animiert.

Wertung: 5/5 Sternen

 

Regie – Der Zuschauer wird Teil der Familie

Jason Reitman tut es schon wieder. Er zeigt dem Zuschauer das komplizierte Leben einer Frau aus nächster Nähe und schont dabei niemanden, weder die Schauspieler noch das Publikum. Die Entscheidung, Marlo beim Abpumpen von Muttermilch zu zeigen, steht insgesamt für den Ton des Filmes: intim und ein bisschen absurd, doch stets realistisch. Vieles wird nicht abschliessend geklärt, so wie die medizinische Diagnose des Sohnes, und der Zuschauer wird mit Uneindeutigkeiten wieder nach Hause geschickt. Das mag manchen stören. Dennoch punktet der Film mit viel Abwechslung und unterschiedlichem Tempo.

Wertung: 4/5 Sternen

 

Filmmusik – Für jeden was dabei

Die musikalische Untermalung von „Tully“ besteht besonders aus Liedern der letzten Jahrzehnte, die nicht als Filmmusik als solche eingebaut wird, sondern die von den Charakteren als Musik aus einem Player gehört wird. Die eingängien Titel wechseln sich im Genre ab, an einer Stelle gibt es sogar ein kleines Heavy-Metal-Konzert. Songs werden auch verwendet, um das Verstreichen von Zeit im Film darzustellen. Insgesamt ein solider Einsatz von Musik, wobei man nicht unbedingt nach dem Film direkt ins Internet geht, um den Soundtrack zu suchen.

Wertung: 3,5/5 Sternen

 

Nachbearbeitung – Von klassisch bis clever

Insgesamt gibt es keine atemberaubenden digitalen Special-Effects. Die Einstellungen haben insgesamt gedämpfte Farben und wenig Kontraste. Der Schnitt ist ordentlich, auch kurze Szenen sind eher lang um ihre Wirkung zu entfalten. An manchen Stellen nimmt das Tempo fahrt auf und die Szenen folgen schneller aufeinander. Alles in allem gibt es nichts zu bemängeln, doch der Film lebt nunmal nicht von seinen Effekten.

Wertung: 3/5 Sternen

 

Fazit – Eine tolle, ehrliche Story

Tully“ hat ab dem jungen Erwachsenenalter für jeden etwas zu bieten. Man könnte seine eigene Familie wiedererkennen oder über die absurden Seiten des sozialen Lebens schmunzeln. Alles in allem ist der Film besonders aufgrund seiner optimisitschen Einstellung trotz aller Konflikte zu empfehlen.

 

Wertungsdetails

Gesamt: 4.0

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