The Party | Film-Freak

Film

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Plakat zu "The Party" © 2017 Adventure Pictures

The Party

Startdatum
Regie
Schauspieler
Genre
Film-Freak
User
13. Februar 2017 - 1 Std. 11 Min.
4.5

Inhaltsangabe

Janet feiert ihren Wahlsieg und lädt Familie und Freunde ein. Doch hinter der Fassade bröckelt es bereits – und unerwartete Geständnisse kommen ans Licht.

Details

The Party
Adventure Pictures, Great Point Media
Großbritannien
13. September 2017
01. Dezember 2017
Lies hier warum:
Film-Freak vergibt für "The Party" 4.5 von 5 Sternen!
4.5 Sterne

Trailer

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Kritik

Es gibt Grund zum Feiern: endlich erobert eine Frau einen Ministerposten im britischen Parlament! Die Aufbruchsstimmung besteht allerdings nicht besonders lange, denn bereits auf der Siegesfeier gerät das Konstrukt ins Wanken. Ein zynisches und dennoch komisches Familiendrama kommt ins Rollen.

 

Schauspieler – Schrill und echt

Es ist ein Ensemble, das ungewöhnlicher nicht sein könnte – nahezu ausnahmslos großartig verkörpert:

Kristin Scott Thomas gibt als Janet die Gastgeberin und Gewinnerin des Abends zum Besten. Mehr als einmal wird sie mit brisanten Offenbarungen konfrontiert – ihre Reaktionen sind ohne Ausnahme glaubhaft, wenn auch teils überraschend. Ihr Ehemann Bill hat im Laufe der Handlung nicht allzu viel zu sagen, doch Timothy Spall gelingt es, ihm die richtigen Nuancen zu verleihen, sodass er trotz seines Schweigens nicht in den Hintergrund gerät. Cherry Jones und Emily Mortimer spielen mit Martha und Jinny ein unkonventionelles Ehepaar, das sich selber im Weg steht. Beide Darstellerinnen schaffen es, aus den offensichtlichen Gegensätzen authentische Konfrontationen zu entwickeln. Der junge Geschäftsmann Tom ist der einzige, der ohne Partner erscheint. Dieses fehlende Gegenstück gleicht er mit seinen Eigenarten aber schon selber aus. So sorgt Cillian Murphy dafür, dass Tom zu den interessantesten Charakteren gehört. Bruno Ganz bekommt vom Drehbuch nicht viel Zeit. Überraschend ist, wie großartig ihm die Darstellung des verträumten Gottfried trotz dessen gelungen ist. An Hingabe mangelt es Ganz keinesfalls. Seine Frau April, gespielt von Patricia Clarkson, fügt sich in das restliche Ensemble leider nicht ein. Ihre unbegründet verbitterte Art lässt lustige Momente aufkommen, doch wirkt dieser Charakterzug eher wie ein Mittel zum Zweck. Während die restliche Gesellschaft durchaus glaubhaft zusammenkommt, ist April der einzige Charakter, der zu sehr in Klischees aus bekannten Rom-Com’s festhängt und daher in dieser Runde eigentlich keinen Platz hat.

Wertung: 4/5 Sternen

 

Regie – Die Kammerspiele sind eröffnet

Küche, Bad, Wohnzimmer und Garten: Die gesamte Handlung beschränkt sich auf eine Fläche von 80 Quadratmetern. Regisseurin Sally Potter hat es geschafft, auf dieser Fläche ein kurioses Familiendrama stattfinden zu lassen. Bei so viel Handlung in so kurzer Zeit ist das gar nicht einfach: gezielt wechselt zum Beispiel der Schnitt von einem erhitzen Streit in der Küche zu einer romantischen Konfrontation im Garten, ohne zu verwirren. Die eingeschränkten Gegebenheiten hat man optimal genutzt, um die Handlung ohne Unterlass ihren Lauf nehmen zu lassen. Die Art der Kameraführung macht aber stutzig: Potter greift größtenteils zur Handkamera. Das verwackelte Bild ist in der theaterähnlichen Kulisse so deplatziert wie ein sich abstoßender Magnet.

Wertung: 4/5 Sternen

 

Story – Politik, aber nur eine Prise

Zugeworfen wird ein Faden, der schier unendlich verknotet scheint. Die Charaktere treffen gleichzeitig in der Wohnung ein und obwohl man zunächst nicht viel über die einzelnen Personen erfährt, macht sich schnell der Eindruck breit, dass bei diesen Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten etwas im Argen ist. Dann wird der Knoten Stück für Stück entwirrt und immer brisantere Neuigkeiten kommen ans Licht – Dinge, die den Beteiligten schnell über den Kopf wachsen und so zur Eskalation führen. Politisch bleibt es dabei nicht sehr lange, es wird vielmehr persönlich. Umso schneller der Faden sich aus dem Knoten befreit, umso komischer und absurder wird auch die ganze Situation. Dabei fallen keine derben Sprüche, die auf Schenkelklopfer abzielen. Es sind die wechselnden Stimmungen und die menschlichen Reaktionen der Charaktere, die zu schmunzeln bringen. So urplötzlich wie der Film beginnt, endet er auch. Dass der Faden genau in der Sekunde abgeschnitten wird, in der sich der Knoten endlich vollends gelöst hat, ist konsequent und passt somit zum Film. Trotzdem bleibt der Wunsch zurück, die Geschichte noch etwas weiter beobachten zu können.

Wertung: 4,5/5 Sternen

 

Filmmusik – DJ Bill ist im Haus

Einen gewöhnlichen Soundtrack sucht man vergebens, aber an musikalischer Begleitung mangelt es dennoch nicht. Ein Plattenspieler steht immer in Reichweite des Geschehens verrichtet im Laufe der Handlung regelmäßig seinen Dienst. So entsteht ein witziges Zusammenspiel zwischen Charakteren und musikalischer Hinterlegung. Die größtenteils jazzigen Töne passen ironischerweise stets zur aktuellen Stimmung. Eine clevere Idee – gelungen umgesetzt.

Wertung: 5/5 Sternen

 

Nachbearbeitung – Farbe bekennen läuft hier anders

Es wurde nicht nur auf einen Soundtrack verzichtet: auch ein farbiges Bild bekommt man nicht zu sehen. Dass der Film in schwarz-weiß gedreht wurde, lässt sicher einigen Raum zur Interpretation. Das farblose Bild sorgt in jedem Fall für eine zeitlose Optik und unterstützt die intime Atmosphäre des Kammerspiels.

Wertung: 5/5 Sternen

 

Fazit – Einzigartiger Humor, unerwartete Ehrlichkeit

„The Party“ ist lebensnah und genau deshalb unterhaltsam. Ein Gagfeuerwerk wird nicht geboten, vielmehr eine amüsante Sicht auf menschliche Abgründe. Wer Lust auf ein bodenständiges Theaterstück hat, aber lieber zuhause auf seiner Couch bleiben möchte, ist mit diesem Film bestens versorgt.

Wertungsdetails

Gesamt: 4.5

Wertungen

"The Party" ist bisher von 0 Usern bewertet worden. Dabei haben sie im Schnitt 0.0 von 5 Sternen vergeben.

Regie

Schauspieler

Produktionsstab

Christopher Sheppard, Kurban Kassam
Aleksei Rodionov

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