The Cabin in the Woods | Film-Freak

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Plakat zu "The Cabin in the Woods" © 2012 LionsGate

The Cabin in the Woods

Startdatum
Regie
Schauspieler
Genre
Film-Freak
User
05. September 2012 - 1 Std. 35 Min.
4.0
4.0

Inhaltsangabe

Die College-Studentinnen Dana und Jules planen einen gemeinsamen Urlaub. Mit dabei: Jules‘ Freund Curt, der zunehmend ein Macho-Gehabe an den Tag legt; der gemeinsame Freund Marty, ein notorischer Kiffer mit semikreativen Ideen und schließlich Holden, bisher Dana unbekannt und als neuer potentieller Freund gedacht, um Dana über den Trennungsschmerz hinwegzuhelfen. Mit einem Wohnwagen fahren sie zu der titelgebenden Hütte in den Wäldern, die sich Curt gemietet hat. Wie könnte es anders sein, entspricht diese Hütte jeglichen Vorstellungen: Knarzende Fußböden, versteckte Wandmodifikationen, einen unheimlichen Wald um sie herum und natürlich den gruseligen Keller, vollgepackt mit mystischem Antiquariat. Während die Teenager scheinbar aus freien Stücken ihre Ferien im Blockhaus verbringen, werden sie dabei unter Tage von einer dubiosen und nicht minder skurrilen Organisation überwacht und gesteuert: Mithilfe von Pheromonen und weiteren Tricksereien brachten sie die Jugendlichen dazu, gerade zu diesem Zeitpunkt in der Hütte Urlaub zu machen. Während dieses etwas andere Büro dem Zuschauer seine Geheimnisse nach und nach enthüllt, können die College-Kids freilich davon nichts wissen. Und beschwören somit das Böse, welches sie nach und nach umbringen wird…

Details

The Cabin in the Woods
LionsGate, Mutant Enemy Productions
USA
12. April 2012
30.000.000 US-$
66.486.080 US-$
Lies hier warum:
Film-Freak vergibt für "The Cabin in the Woods" 4.0 von 5 Sternen!
4.0 Sterne
4.0 Sterne

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Kritik

Wenige Filme schaffen es ihr eigenes Genre ad absurdum zu führen und sich selbst um mindestens drei Meta-Ebenen hochzuhieven. Einer davon ist „The Cabin in the Woods“, stellvertretend für den Horrorfilm oder noch genauer den „Slasher-Film“- meistens fünf bis sechs Teenager werden nach und nach von einem Killer zerstückelt, bis die personifizierte Unschuld am Ende mit einem Trauma davonkommt- so in etwa ließe sich das Schemata solcher Filme beschreiben. Ein wirklich intelligenter, auf mehreren Ebenen witziger und dennoch für Jedermann verständlicher Film. Und trotzdem: er stellt nicht den ultimativsten Paradigmenwechsel in der Filmkunst dar, der allerbeste Horrorfilm ist er auch nicht,  wie auch immer man das feststellen möchte. Um diesen Film zu genießen sollte man, ganz gleich ob man Horrorexperte ist oder seine Erfahrungen auf diesem Gebiet mit der Hand abzählen kann, einfach „The Cabin in the Woods“ möglichst spoilerfrei anschauen, ab und an nachdenken und über die Details staunen, nach Anspielungen Ausschau halten oder einfach nur zu lachen:

 

Schauspieler- Sehr einfache Rollen, die auf ihre Weise gut ausgefüllt wurden

Chris Hemsworths Rolle unterscheidet sich nicht sonderlich von seinen Charakteren in der Marvel-Reihe „The Avengers“, bzw. „Thor“ oder den Märchenneuauflagen „Snow White and the Huntsman“ und „The Huntsman and the Ice Queen“– ein ruppiger Actionheld, der smarte Sprüche drauf hat und oftmals etwas zu cheesy wirkt. Schade dass man von Hemsworth nicht mehr zu sehen bekommt, für seine ohnehin klischeebehaftete Rolle reicht seine Schauspielerfahrung aber allemal. „Greys Anatomy“-Schauspieler Jesse Williams bekommt definitiv zu wenig Rollenaufmerksamkeit; kann aber auch nicht die begrenzte Screen-Time für sich nutzen, dazu bleibt er viel zu sehr im Hintergrund. Auch seiner Rollenbeschreibung wird er kaum gerecht- eine Brille oder Lateinkenntnisse grenzen ihn nicht sonderlich zu Hemsworths Rolle ab. Kristen Connolly und Anna Hutchison spielen die typischen Frauenrollen im Horrorfilm grandios, denn auch das ironische Klischee braucht ein Mindestmaß an Talent. Zudem gewinnt Connollys Figur ab der zweiten Filmhälfte an Substanz und man kann ihr die tiefe Erschütterung, als auch die endgültige Resignation durchaus glauben. Fran Kranz Schauspielleistung ist wohl das beste Argument sich den Film im Originalton anzuschauen, stimmlich passt es deutlich besser und wird noch eine Spur witziger. Tatsächlich weiß Kranz seine Rolle als Humorträger zu nutzen und übernimmt- zusammen mit dem sich ideal ergänzenden Duo Richard Jenkins und Bradley Whitford– beinahe den gesamten komischen Aspekt des Films, sodass andere Schauspieler schwerlich etwas dazu beisteuern konnten.

Wertung: 4,5/5 Sterne

 

Story- Sättigt verschiedene Zuschauerbedürfnisse, gerade deshalb etwas dumpf

Tatsächlich zeichnet „The Cabin in the Woods“ seine Eignung für verschiedene Arten von Zuschauern aus: Diejenigen, die für die Metaebene nicht empfänglich sind, können sich über ein paar lustige Sprüche amüsieren oder mitfiebern, wenn gerade eine Figur meint dem Tod entronnen zu sein. Freunde von Splatter und Gore kommen gerade gegen Ende auf ihre Kosten und werden von zahlreichen Verstümmelungsszenen zum Lachen gebracht. Aber auch Horrorfilmkonsumenten, die sich nur mitgruseln wollen, gehen nicht leer aus. Fans der Meta-Ebene kommen dagegen ins Grübeln, vor allem wenn sie mit bisherigen Filmen vergleichen wollen oder versuchen einen Sinn hinter einzelnen Figuren zu erkennen- natürlich freut man sich enorm, wenn man vom Film reingelegt werden kann. Und schließlich die Hardcorekenner und Filmexperten, die nach jedem Detail Ausschau halten können, selbst nicht jede Anspielung auf Anhieb enttarnen und den Film nach zahlreichen unaufdringlichen Referenzen durchsuchen wollen. Funktioniert ausgezeichnet auf mehreren Ebenen und macht nicht denselben Fehler den viele andere intelligente Parodien begehen.
Sieht man von der ganzen Ironie und doppelten Ebenen mal ab, fällt das Ergebnis jedoch ernüchternd aus: Es handelt sich dann um einen klassischen Horrorfilm mit kreischenden Teens, lahmen Sprüchen und grenzdebilem Fluchtverhalten- in gewisser Weise kann das im zentralen Teil um die Filmmitte doch enervieren. Auch der Genrebezeichnung wird er nicht gerade gerecht, es handelt sich zwar durchaus um eine gelungene Komödie, die unterschiedlichen Ansprüchen genügt; wirklich gruselig ist der Film dagegen nicht. Das liegt vor allem daran, dass zu wenig Effekterie getrieben wurde- natürlich in Kombination mit Filmmusik und Kamera- die Monster kommen zu unerwartet und tauchen gleich wieder ab, sodass keine echte Spannung entstehen kann.

Dennoch- „The Cabin in the Woods“ ist einer der innovativsten Filme seines Genres, er erfüllt ein Mindestmaß an Horror und bewegt sich auf einem angenehmen Niveau zwischen aufwändigen Details, handlungstechnischen Überlegungen und Gemetzel, sowie klischeehaftem Ablauf und Figuren.

Wertung: 4/5 Sterne

 

Regie- Fortgeschrittener im Horrorbereich, angenehme Kameraarbeit

Drew Goddard und Drehbuchautor Joss Whedon, schon als Duo aus „Buffy“ und „Angel- Jäger der Finsternis“ bekannt, arbeiteten erneut in „The Cabin in the Woods“ zusammen. Wie auch schon in „Buffy“, „Cloverfield“ oder „World War Z“ zeigt Regisseur Goddard seine Vorliebe für seichte Horrorelemente- Monster in der Nebenrolle, während das Drama den eigentlichen Fokus erhält. Einen Ausflug in die Komödie startet er somit zum ersten Mal und es ist ihm durchaus gelungen! Obwohl er kein absoluter Neuling in dieser Sparte ist, gelingt ihm eine hervorragende Arbeit, ohne dabei Elemente seiner vorangegangenen Werke großartig zu recyclen. Sollte er sich jedoch in Zukunft neben den Arbeiten am „Marvel-Universum“ erneut an Horrorfilme heranwagen, könnte er sich durchaus klassischer Vorgehensweisen bedienen und seine Filme somit deutlich gruseliger gestalten, sodass das gewählte Genre nächstes Mal zielsicher getroffen werden kann.

In diesem Film liegt das Hauptaugenmerk eher auf eine überzeugende Nachbearbeitung, sodass es an ausgefallenen und ausgearbeiteten Kamerafahrten mangelt. Größtenteils gelungene Kameraaufnahmen gelangten dennoch, darunter auch die mittlerweile unerlässlichen Jumpscare-Effekte, die allerdings mäßig erschreckend ausfallen. Wenige Aufnahmen, wie die grandiose Aufzugsszene, sorgen aber für einen enormen Wiedererkennungswert und sind unweigerlich an den Film gebunden. Die Kameraqualität fällt überraschend gut aus, stand dafür doch wahrscheinlich nicht das allerhöchste Budget zur Verfügung. Schließlich bleibt noch die Maske, auf die weniger Wert gelegt wurde- die Monster sind eigentlich durchgängig animiert; menschliche Ungeheuer, wie beispielsweise Zombies,  können maskentechnisch immerhin halbwegs überzeugen, doch zu lustlos wurden ihre Gesichte zugekleistert, um wirklich vernünftig wirken zu können.

Wertung: 3,5/5 Sterne

 

Filmmusik- Zu kurze Einspieler, unoriginell und nicht voneinander abgegrenzt

Zwar handelt es sich um eine interessante Tracklist- man findet Songs von Iggy Pop, Ladyhawke, OK Go oder Eagles of Death Metal- große Wirkungskraft entfalten können sie dagegen nicht, da sie gerade einmal wenige Sekunden bis eine Minute eingeblendet werden. Insofern schade, da die Rock-, Metal- oder Punkstücke zwar hervorragend klingen und dem Film einen eigenen bevorzugten Stil geben, aber genauso gut von dem Komponisten hätten improvisiert werden können. Umso bedauerlicher dass man diesen Liedern nicht die nötige Aufführungsdauer zugebilligt hat, da die Eigenkompositionen von Filmkomponist David Julyan umso dürftiger ausfallen. Das vorhandene Talent kann man Julyan nicht abstreiten, ebenso die vorangegangen Erfahrungen im Thriller-, aber auch im Horrorbereich: „Insomnia-Schlaflos“, „Eden Lake“ und die beiden „The Descent“-Filme sind zu nennen. Mit seinen Kompositionen macht Julyan viel verlorene Wirkung wieder wett, „We’re Not The Only Ones Watching“, „What Could Go Wrong“ oder „Herald The Pale Horse“ sorgen erst für das richtige Feeling, das in der Kameraarbeit abhanden gekommen ist.
Jedoch fehlt den Tracks der Unterschied, sie klingen viel zu austauschbar und sind zudem alle nach demselben Grundmuster komponiert: Leise Streichertöne; dann Anschwellen, Einsetzen der Klavierstimme oder diverse Blasinstrumente, dabei unterlegt von einem leisen Beat. Alternativ säuseln im gesamten Stück die Streichinstrumente herum oder die bombastische Lautstärkeänderung setzt- wie erschreckend- gleich nach dem Beginn ein.
Insgesamt sehr unoriginell und ödet schon nach wenigen Proben dieses Musters an. Thematisch passen will es dann auch nicht, wenn die Stücke unter reißerischem Titel- „For Jules“, „420“, „Punished For What“- gehalten werden, aber sich recht gleich anhören.
Dennoch wird ein Mindestmaß an Atmosphäre generiert, nur wirklich herausstechen kann die Filmmusik dieses Films leider nicht.

Wertung: 2,5/5 Sterne

 

Nachbearbeitung- Gute Animationen, genügend oft verwendet

Wenig Auffälligkeiten lassen sich in der Schnitttechnik finden, die Schnitte sind jedoch recht vernünftig, klar abtrennend und kurz gesetzt. Mit einer durchdachten Kameraarbeit gelangen die bereits angesprochenen einprägsamen Szenen, wobei auch ein bewusster Schnitt seinen berechtigten Anteil daran hat.
Schienen Animationen noch zu Beginn etwas billig, beispielsweise der fliegende Adler im unvorteilhaften hellen Hintergrund, konnte man die hervorragende Qualität im späteren Verlauf durchgängig erkennen, wobei sich die Häufigkeit stetig steigerte. Dabei wurden die meisten Kreaturen animiert- stellenweise auch besser so- und hätten ebenso gut aus einer High-Budget-Produktion stammen können. Man findet durchgängig sauber animierte Oberflächen im Nahen; vorteilhaft ist sowieso, dass viele Monster nur in der Ferne für einige Sekunden rumschwirrten und dabei nicht zu aufwändig erstellt werden mussten.
Auch wenn diese Animationen nicht überragend oft vorkamen, geschweige denn tragender Bestandteil des Filmes sind, war die Investierung in den Nachbearbeitungsbereich sinnvoll und erbrachte ein überragendes Ergebnis.

Wertung: 5/5 Sterne

 

Fazit- Ein Muss für jeden Horrorfan!

„The Cabin in the Woods“, angefangen mit dem Titel, ist ein intelligenter und ironischer Film, der unzählige Verweise auf Horrorklassiker, als auch geheime Empfehlungen bietet, und dabei immer noch eine eigene Story zu erzählen weiß. Im Grunde genommen ist es somit hinfällig den Enthusiasten diesen Film zu empfehlen- sie werden ihn zweifellos schon kennen. Aber auch dem gängigen Zuschauer kann man diesen Film empfehlen, er ist schließlich nicht einmal sonderlich gruselig und ist somit auch für schwache Gemüter anschaubar. Dennoch wird er unter Fans dann doch zu sehr überschätzt, „The Cabin in the Woods“ ist mit Sicherheit nicht der heilige Gral der Horrorfilmkunst und letzten Endes ist und bleibt ein Film nur ein Film- man kann ihn sich immer mal wieder ansehen, aber muss bei aller Liebe dabei nicht übertreiben.

Wertungsdetails

Gesamt: 4.0

Wertungen

"The Cabin in the Woods" ist bisher von 1 Usern bewertet worden. Dabei haben sie im Schnitt 4.0 von 5 Sternen vergeben.

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