Godzilla Resurgence | Film-Freak

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Plakat zu "Godzilla Resurgence" © 2017 Film-Freak

Godzilla Resurgence

Startdatum
Regie
Schauspieler
Genre
Film-Freak
User
Noch ohne Termin
3.0
3.0
Nicht schlecht!

Inhaltsangabe

In Tokio geht eine riesige amphibische Lebensform auf allen Vieren und mit Kiemen an Land, die sich rasend schnell in ein aufrecht gehendes, dinosaurierartiges Wesen verwandelt. Mit jeder neuen Entwicklungsstufe wächst die Gefährlichkeit dieser Kreatur, die "Godzilla" getauft wird, doch die japanische Regierung steht sich mit ihrer Entscheidungsschwäche selbst im Weg. Aber nun gilt es schnell zu handeln: Japan muss rasch eine Lösung für sein Monsterproblem finden, denn Godzilla ist eine Bedrohung für die gesamte Welt und in Washington, D.C. hat der US-Präsident bereits den Abwurf einer Atombombe über der japanischen Hauptstadt befohlen.

Details

Shin Gojira
Toho
Japan
29. Juli 2016
Lies hier warum:
Film-Freak vergibt für "Godzilla Resurgence" 3.0 von 5 Sternen!
3.0 Sterne

Bilder

Trailer

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Kritik

Gerade einmal zwei Jahre ist es her, dass der „König der Monster“ ein buchstäblich ungeheuerliches Doppeljubiläum feierte: Sechzig Jahre, dreißig Filme! Doch der 2014 veröffentlichte und heiß ersehnte US-„Godzilla“ konnte am Ende die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Nun kommen die Japaner nach einer langen Pause mit ihrem neuesten eigenen, vom amerikanischen Godzi komplett unabhängigen Monsterkracher an – und der erweist sich erst recht nicht als das, womit die Fangemeinde des atomaren Superviehs gerechnet hätte.

 

Schauspieler – Genre und Herkunft entsprechend

Es steht außer Frage: Der schuppige Koloss ist der Star und die menschlichen Figuren sind nur Beiwerk. Das war in dieser Filmgattung und gerade bei den japanischen Vertretern schon immer so. Erwartungsgemäß distanziert, eindimensional und wenig zur Identifikation einladend sind die Befehle kläffenden und stets übertrieben würdevollen Politiker, Militärs und Akademiker. Ein kleiner Mann aus dem Volk wird inmitten des Tumults nicht gezeigt. Manche Reaktionen der flachen Charaktere mögen aufgesetzt und fast kindisch erscheinen, doch dies ist alles noch im Rahmen der japanischen Schauspielkunst und mit westlichen Maßstäben kaum zu bewerten. Lediglich die junge Aktrice namens Satomi Ishihara wurde für ihre tussige Rolle einer arroganten, wiederkehrenden Abgeordneten aus Amerika von den Godzilla-Anhängern gescholten und für ihr grauenhaftes Englisch (im O-Ton) kritisiert.

Wertung 2/5 Sternen

 

Story – Konventionell, aber mit noch aktuellem Bezug

Bei Godzilla ging es niemals bloß um eine vordergründige Monsterklopperei. Da war im Hintergrund immer auch eine Verbindung zu den zeitgenössischen Ängsten und Sorgen des japanischen Volkes und zur Politik der jeweiligen Epoche. Verkörperte der 1954er Ur-Godzilla das Trauma der Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki, so wurden im Laufe der Jahre auch der wirtschaftliche Aufschwung des modernen Japans, Umweltverschmutzung, der Kalte Krieg und Genmanipulation thematisiert. Und nun greift die 2016er Ausgabe die Katastrophen aus der jüngsten Vergangenheit rund um Fukushima auf, die noch längst nicht verdaut sind. So steht wohl jede neue Gestalt, die Godzilla während seiner bizarren Metamorphose annimmt, für ein Übel, das noch schlimmer als das Vorhergehende ist: Erdbeben, Tsunami und Reaktorunfall. Davon abgesehen ist der Plot aber nur absoluter Genrestandard, Gigant gegen Kriegsmaschinerie, Malen nach Zahlen. Da der radioaktive Riesendino immer wieder eine Verschnaufpause einlegen muss, ja regelrecht in eine totale Starre verfällt, wird der Film zur actionarmen und geschwätzigen Angelegenheit. Es fehlt auch ein Gegner zum Balgen, solo ist der große Trampel dann doch nicht so prickelnd.

Wertung 2,5/5 Sternen

 

Regie – Godzilla, bist du’s?!

Die beiden auf Animes und deren Realverfilmungen spezialisierten Regisseure Shinji Higuchi und Hideaki Anno scheinen offenbar eine gewisse kreative (Narren-) Freiheit genossen zu haben, was bei den sonst so konservativen und frische Ideen gerne abblockenden Toho Studios, denen die Rechte an Godzilla gehören, doch sehr verwundert. Anno war zusätzlich noch für das Drehbuch verantwortlich. Die beiden Herren halten sich soweit strikt an die Regeln und Vorgaben des „Kaiju Eiga“, des japanischen Monsterfilms. Auch ihr Erzählstil ist nicht gerade außergewöhnlich sondern geradezu bieder: Gesichter in Großaufnahmen, riesige Konferenzräume, Panzerkolonnen aus niedriger Perspektive gefilmt und ein langsam watschelnder Gigant in der Hintergrundprojektion. Dafür haben sie aber die Kultfigur Godzilla mal eben auf Links gedreht und arg verfremdet, was nach so vielen Jahrzehnten schon irgendwo frech ist. Indem sie die Titelfigur manipulieren, ändern sie auch die Spielregeln und das Maß an Bedrohung. In jedem Fall gelingt es ihnen, vor sämtlichen Offensiven des Militärs ein Gefühl der Anspannung aufzubauen und bei den vielen Diskussionen von Politikern und Militärs durch rasche Szenenwechsel jegliche aufkommende Langeweile geschickt zu verhindern. An anderen Stellen wirkt dagegen der Schnitt ruppig, ja fast amateurhaft.

Wertung 2,5/5 Sternen

 

Filmmusik – Alt trifft Neu

Bei der japanischen Kultfilmreihe kommt beim Thema Musik jedem echten G-Fan sofort ein Name in den Sinn: Akira Ifukube. Er ist der Filmmusikschreiber, der schon die klassischen Klänge zum Original von 1954 komponierte sowie anschließend zu vielen der Fortsetzungen und anderen Monsterstreifen und Science Fiction Krachern im Land der aufgehenden Sonne. Von ihm stammt auch der berühmte Monstermarsch, das Godzilla Theme schlechthin. Eben dieses und einige andere Stücke von damals von Ifukube finden in „Godzilla Resurgence“ Verwendung und verleihen der neuesten Inkarnation Godzillas eine wuchtige Note und eine Besinnung zurück auf ihre Wurzeln. Ergänzt wird all dies von frischen Stücken des Animeserien-Composers Shiro Sagisu, dessen feierliche Choralgesänge und schmissige Militärmärsche schon vorab in den Trailern zu hören waren und bei der Fangemeinde sehr gut ankamen.

Wertung 4/5 Sternen

 

Nachbearbeitung – Bruch mit einer Tradition!

Von einem US-amerikanischen Godzilla aus Hollywood war vielleicht nichts anderes zu erwarten, doch nun haben auch die Japaner den großen Schritt gewagt: Godzilla ist durchgehend computeranimiert und wird nicht mehr länger von einem Stuntman im Gummikostüm verkörpert, der durch eine Miniaturkulisse trampelt. Das Ende einer „Kunstform“ innerhalb des Monstergenres? Das Fandom war gespalten, doch am Ende ist alles gut, denn tricktechnisch haben die Japaner in den letzten Jahren ganz gewaltig aufgeholt. So ist dem neuen Godzilla nur selten das CGI anzusehen und die Effekte rund um die Zerstörung von Tokio sind sogar das Beste, was in der fernöstlichen Endlosreihe bislang geboten wurde. Vor dem 2014er US-Cousin braucht sich dieser Godzi darum nicht verstecken. Sein eigenwilliges Design mit all den Schrammen, dem Klappmaul, den Kiemen und den Glotzaugen ist hingegen ein Kapitel für sich – ebenso übrigens wie seine bizarren neuen Fähigkeiten. Wenn das Kult-Kaiju plötzlich auch radioaktive Strahlen aus dem Rücken und der Schwanzspitze verschießt und dabei ausschaut wie ein wandelnder Weihnachtsbaum mit integrierter Lasershow, dann werden unter dem Gesichtspunkt sicherlich viele dem konservativen Sauriermonster aus Gareth Edwards‘ Blockbuster den Vorzug geben.

Wertung 3,5/5 Sternen

 

Fazit – Kein seichter Monsterspaß

Es ist eine gewagte Neuinterpretation einer Figur, die eigentlich längst als festgefahren und unveränderlich galt. Doch wenn das Titelmonster teils kaum wiederzuerkennen ist und am laufenden Band Seitenhiebe gegen die japanische Regierung ausgeteilt werden, die Action aber nur spärlich ausfällt, dann wird klar: Das ist nicht der übliche „Godzilla“-Streifen. So bleibt auch diese Version wie schon das US-Pendant wohl Geschmackssache, eben weil sie es nicht jedem recht machen kann oder will und sich mehr als Kommentar auf das Zeitgeschehen in Japan sieht. Jedenfalls war diese Monsterauferstehung in ihrem Heimatland immens erfolgreich. Da kommt mit Sicherheit mehr! Vielleicht ist dies sogar der Auftakt einer vierten (!) japanischen „Godzilla“-Reihe. Die könnte dann separat neben Legendarys geplantem Projekt laufen, bei dem der Ami-Godzilla voraussichtlich 2020 in einem Crossover auf King Kong treffen wird.

Wertungsdetails

Gesamt: 3.0

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