Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt | Film-Freak

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Plakat zu "Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt" © 2016 Studiocanal

Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt

Startdatum
Regie
Schauspieler
Genre
Film-Freak
User
15. Dezember 2016
1.5

Inhaltsangabe

Tobbi Findteisen ist trotz seiner jungen Jahre bereits ein begnadeter Erfinder. Umso mehr ist er aus dem Häuschen, als ihm eines Tages der gutmütige Roboter Robbi vor die Füße fällt. Der wurde bei der Bruchlandung seines Raumschiffs allerdings von seinen Eltern getrennt. Daher beschließt Tobbi, seinem neuen Freund bei der Suche nach ihnen tatkräftig unter die Arme zu greifen. Zu diesem Zweck kreieren die beiden mit vereinten Kräften ein Fliewatüüt, ein erstaunliches Gefährt, das nicht nur fahren, sondern auch schwimmen und durch die Lüfte fliegen kann.

Details

Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt
Deutschland
15. Dezember 2016
Lies hier warum:
Film-Freak vergibt für "Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt" 1.5 von 5 Sternen!
1.5 Sterne

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Kritik

Sowohl das Kinderbuch von 1967 als auch dessen Umsetzung als Puppenaminations-Fernsehserie von 1972 – übrigens nicht von der Augsburger Puppenkiste, wie immer noch viele denken! – gelten als Evergreens. Die aktuelle Spielfilmvariante ist selbstredend aufwendiger als das Puppenspiel. Doch seitdem der erste Trailer zum Film aufgetaucht ist, weht diesem ein scharfer Wind aus der Nostalgiker-Ecke entgegen. Ist die 2016er Version wirklich zu modern, schrill und seelenlos oder gehen die groß gewordenen Buben und Mädel von einst von vornherein zu hart mit ihr ins Gericht?

 

Schauspieler – Plärrende Bälger und große Dummies

Alle Augen sind auf den kleinen Roboter gerichtet, der ja auch einen der beiden Hauptcharaktere darstellt. War sein altes Marionettengegenstück noch ein ruhiger Geselle mit so etwas wie Würde, so ist der neue Robbi ärgerlicherweise ein jammernder, hyperaktiver Fratz, weil ihn dass offenbar (und erschreckenderweise) zur Identifikationsfigur für die Kleinen von heute macht. Seine quengelige Stimme nervt, ebenso sein Spiel mit den Metallaugenbrauen. Von seinem Reise- und Spielgefährten Tobbi bzw. dem Kinderdarsteller Arsseni Bultmann konnte nicht viel erwartet werden: zu jung und eine zu simple Rolle ohne Herausforderung, weil fast nur abwechselnd Freude und Erstaunen verlangt werden. Leider fällt die Buchverfilmung in die Kategorie von Kindergartenklamotten, in denen sich sämtliche Erwachsenen wie die naivsten Deppen aufführen und sich andauernd von so einem Bengel-Roboter-Gespann entweder zu etwas überreden oder sonstwie übertölpeln lassen. Alexandra Maria Lara als böse Agentin in schwarzem Leder, eine Figur wie eine schlechte Parodie auf James Bond Schurkinnen, ist vollkommen fehl am Platze!

Wertung 1½/5 Sternen

 

Story – Eine äußerst banale Neuinterpretation

Der Sylter Schriftsteller Boy Lornsen landete mit seinem Kinderroman sofort einen großen Erfolg bei Lesern und Kritikern. Die anschließende TV-Adaption der ARD hielt sich relativ nach an der Buchvorlage. Vom Abenteuergeist dieser beiden Jugendklassiker ist in der grellen und oberflächlichen Neuauflage fürs Kino kaum noch etwas zu spüren.  Wo früher eine abwechslungsreiche Reise mit Hindernissen und kniffligen Aufgaben die Phantasie beflügelte und zum Mitdenken anregte, wird nun auf plumpen Slapstick gesetzt. Furzwitze und Gesichter in Kuhfladen statt Knobeln. Aber ja, es ist immer noch dasselbe Story-Grundgerüst. Zumindest die Freundschaft zwischen dem Menschenjungen und dem Roboter ist geblieben, auch wenn der Charme von einst komplett flöten geht. Zu flapsig, gelackt und „amerikanisch“ ist das alles. „E.T. für die Armen!“, schimpften viele skeptische Beobachter prompt bei der ersten Kinovorschau. Und sie sollten Recht behalten. Denn Robbi und Tobbi gleichen hier jedem anderen beliebigen Kind-Wunderfreund-Duo der letzten vier Dekaden. Im aktuellen Filmjahr wurde ein solcher Stoff bereits mit „Elliot, der Drache“ auf wesentlich herzlichere Weise auf die Leinwand gezaubert. „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ fehlt es jedoch an Seele und Verstand. Immer nur die alberne Ulk-Schiene – das ist selbst für so einen Familienfilm zu wenig. Die vielen massiven Kürzungen und Veränderungen gegenüber der Vorlage wirken sich auch ausschließlich negativ aus.

Wertung 1/5 Sternen

 

Regie – Hätte da noch wer etwas rumreißen können?

Wenn ein Drehbuch so strunzdoof und zwanghaft „gefällig“ (?) für seine angebliche Zielgruppe ist, dann stellt sich die Frage, ob ein fähiger Regisseur mit seinem Einfluss überhaupt noch etwas bewirken oder aufwerten kann. Dass der verantwortliche Mann in diesem Fall, Wolfgang Groos, auch schon Machwerke wie „Vorstadtkrokodile 3“ und gleich zwei Teile von „Die Vampirschwestern“ abgeliefert hat, lässt jedoch jeglichen Rest an Hoffnung schwinden. Groos ist mit Sicherheit routiniert und hat sich auf die zeitgenössische Art von Jugendfilm spezialisiert, doch für ihn dürfte es sich letztlich nur um eine Auftragsarbeit gehandelt haben, eben einen weiteren Schnellschuss, der sich an dem orientiert, was er kennt und kann. Das soll nicht heißen, dass seine Regie an sich schlecht wäre: Sie ist im Gegenteil vollkommen ausreichend und bestimmt das geringste Problem des Films.

Wertung 2/5 Sternen

 

Filmmusik – Die eine Melodie, die zählt

Wenn Leute den Titel des Films bzw. der alten TV-Miniserie vernehmen, dann assoziieren und erwarten sie automatisch den lässigen und jazzigen Sound der Siebziger. Die Titelmelodie von damals hat sich mehreren Generationen regelrecht ins Hirn eingebrannt – wurde sie doch in der alten Version gefühlt in einer Dauerschleife gespielt. Klar, dass da jede neue Komposition von 2016 unweigerlich abstinken muss, weil die Fans sie gar nicht erst akzeptieren werden.  Helmut Zerlett, den meisten nur als Kapellmeister und Gesprächspartner des Nachtalkers Helmut Schmidt bekannt, schrieb bereits für eine Reihe von Komödien und Kinderfilme die Musik, gerade auch für Streifen unter der Regie von Groos. Zerlett ist ohne Zweifel ein kompetenter Komponist für Unterhaltungsmedien und integriert hier sogar das berühmte Fliewatüüt-Thema, wenn auch in sehr dünner und beinahe überhörbarer Form. Das Ergebnis rockt jedoch längst nicht so wie einst. Hiernach spazieren wohl keine Scharen von Blagen aus dem Kinosaal und summen oder pfeifen fröhlich das kultige Musikstück vor sich hin.

Wertung 2/5 Sternen

 

Nachbearbeitung – Kids brauchen wohl keine guten Special Effects

Nicht etwa, dass „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ katastrophal billig ausschauen würde. Da ist schon einiges an Arbeit ganz klar erkennbar. Nur setzen sich die kindische Ausrichtung und gequält lustige Gangart halt auch in der gesamten Optik und tricktechnischen Umsetzung fort: Alles muss niedlich und drollig sein, nicht etwa sorgfältig gemacht. Sämtliche Flugszenen des Fliewatüüts gleichen deshalb einem lebendig gewordenen Cartoon oder einer Cut Scene aus einem Konsolengame, aber nichts erinnert z.B. an einen echten Science Fiction Film, der Jung und Alt gleichermaßen  anspricht, den also die Kinder „mitsehen dürfen“, wie es früher mal der Fall war. Kinderaugen schauen eh nicht so genau hin, nicht wahr? Falsch!!! Den Kleinen von heute wird auch gar nichts mehr zugetraut! Ihnen wird im Kino oft nur noch ein überdrehter, hektischer Brei aus Eindrücken aufgetischt. Der Flug durch das schludrige digitale Unwetter oder die CGI-Schneeflocken am Nordpol sagen viel darüber aus, wie die Macher über ihre junge Klientel denken.

Wertung 1½/5 Sternen

 

Fazit – Leider nur alberner Kinderkram

Wer die drollige Flugstunde rund um den Globus noch von früher liebt oder seinen Nachwuchs nur qualitativ hochwertiger Unterhaltungskost aussetzen will, der sollte um diesen Quatsch einen großen Bogen machen. Die 2016er Variante des Lornsen-Klassikers ist wie befürchtet komplett geistloses Gaga-Filmfutter für die heutige hibbelige ADHS-Generation, die ohnehin schon mit zu viel Multimedia-Gedöns zugedröhnt wird. Ein paar halbwegs sympathische erwachsene Figuren und der eine oder andere funktionierende Gag retten den vergeigten Abenteuertrip nicht vor dem totalen Absturz. „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ anno 2016 geht formal und kommerziell als Flop in die Filmgeschichte ein.

Wertung 1½/5 Sternen

Wertungsdetails

Gesamt: 1.5

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