Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind | Film-Freak

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Plakat zu "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" ©  2016 Warner Bros.

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Startdatum
Regie
Schauspieler
Genre
Film-Freak
User
17. November 2016
3.5

Inhaltsangabe

Der exzentrische und einzigartig begabte britische Zauberer Newt Scamander (Eddie Redmayne) erforscht magische Wesen auf dem ganzen Planeten. In seinem unscheinbaren, aber im Inneren durch Magie vergrößerten Koffer beherbergt er eine ganze Sammlung seltener und gefährdeter magischer Kreaturen samt ihrer Lebensräume. 1926 reist er schließlich in das magie-phobische Amerika. Schnell wird ihm klar, dass sich die magische Gemeinschaft in den USA regelrecht vor den No-Maj (aka Muggeln) versteckt. Und die Zauberer und Hexen dort sorgen sich sogar noch mehr um die öffentliche Enthüllung der Magie als im Vereinigten Königreich. Vor Ort trifft er dann auf die rechtschaffende Porpetina „Tina“ Goldstein (Katherine Waterston), Mitarbeiterin der US-Zaubereibehörde Magical Congress of the United States of America, kurz MACUSA. Als eine Vielfalt seiner teils gefährlichen Geschöpfe aus seinem Koffer kommen, ist Chaos Programm.

Details

Fantastic Beasts and Where to Find Them
Warner Bros.
Großbritannien, USA
11. November 2016
Lies hier warum:
Film-Freak vergibt für "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" 3.5 von 5 Sternen!
3.5 Sterne

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Kritik

Mit „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ wurde ein weiterer Roman der weltberühmten britischen Autorin Joanne K. Rowling verfilmt. Dessen Geschichte spielt im selben Storyversum wie Harry Potter, weshalb z.B. die Zauberschule Hogwarts gleich mehrfach Erwähnung findet. Fast könnte darum von einem Spin-off zu den Abenteuern des beliebten Zauberlehrlings gesprochen werden. Da stellt sich natürlich die Frage, ob sich dieser Auftakt einer neuen Fantasyfilmsaga mit dem allseits beliebten Potter-Franchise überhaupt messen kann.

 

Schauspieler – Neue Clique mit schwerem Erbe

Die eingeführte frische Gruppe von Charakteren hat nun die äußerst undankbare Aufgabe, quasi in die Fußstapfen von Harry, Hermine und Ron zu treten und mit diesem Trio an Sympathie, Teamwork und Zusammenhalt gleichzuziehen, was ihr in zunächst nur einem Spielfilm selbstverständlich noch nicht gelingen kann. Andererseits hat ein erwachsener Cast ganz andere Vorzüge. Was beispielsweise Hauptdarsteller Eddie Redmayne auf wundersame Weise vollbringt, das ist die Etablierung eines fast noch adoleszenten, aber in jedem Fall exzentrischen englischen Gentlemans, der in seiner leicht verpeilten, aber stets eleganten Art oftmals an einen Dr. Who erinnert. Mit ihm als Protagonist steht und fällt die ganze Nummer, doch Redmayne ist der Aufgabe gewachsen und trägt die ihm aufgetragene Last mit spielerischer Leichtigkeit auf seinen Schultern. Aus dem großen Ensemble stechen noch diverse Nebenrollen hervor, die mit Johnny Depp, Colin Farrell und dem auf Monsterrollen spezialisierten und wieder einmal kaum wiederzuerkennenden Ron Perlman bestens besetzt sind.Da ist kollektiv viel Energie spürbar.

Wertung 4/5 Sternen

 

Story – Nicht in einem Internat „eingepfercht“

Der Plot profitiert eindeutig davon, dass sich nicht sämtliche Ereignisse nur in einer Schule und in deren unmittelbarer Umgebung abspielen. Alles erscheint  „freier“, bunter,  noch einen Tick verrückter und geheimnisvoller als bei den bisherigen Rowling-Filmumsetzungen. Allein schon Scamanders Koffer als transportables Tor in eine andere Dimension erweist sich als geniales Gimmick und eröffnet theoretisch die wahnwitzigsten Möglichkeiten. Vielleicht besitzt diese Phantasterei aber noch in ganz anderer Hinsicht mehr Tiefe und Doppelbödigkeit, denn es dreht sich nicht nur alles um das Heranreifen eines liebenswerten Außenseiters mit heldenhaften Charakterzügen. Wenn buchstäblich eine Hexenjagd auf eine vielen Vorurteilen ausgesetzte Minderheit veranstaltet wird und z.B. ausdrücklich Ehen mit Zauberern für verboten erklärt werden, dann kommen einem traurige Parallelen zur Verfolgung und Ausgrenzung der Juden in den Sinn. Ein kleiner Schlag in die Magengrube und ein Denkanstoß im ansonsten verspielten Familienunterhaltungsfilm, auch wenn dieses Motiv bereits in zahlreichen X-Men-Einsätzen in den vergangenen Jahren Verwendung fand.

Wertung 4/5 Sternen

Regie – Es pottert ganz erheblich

Regisseur David Yates inszenierte vier der acht Potter-Verfilmungen, wodurch neben der Romanvorlage von derselben Autorin im Medium Film noch zusätzlich eine gewisse Verbindung zum Zauberschüler in Großbritannien zustande kommt. Gleichzeitig ist Yates aber versiert und kreativ genug, „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ nicht bloß als einen Abklatsch dastehen zu lassen. Vielmehr lässt er sich ganz auf die eigene reichhaltige Mythologie des Stoffs ein. Die Verlegung der Handlung in die USA und obendrein in ein anderes Jahrzehnt spielen ihm dabei in die Karten und schaffen die Grundlage für das selbständige Feeling, das dieser Startschuss der Scamander-Chroniken so dringend benötigt. Die Regie von Yates ist erfreulich unverkrampft, weil ihm dieser Job offenbar große Freude bereitete. Mit viel Herz nimmt er den Zuschauer an die Hand, um ihn systematisch in das riesige neue Wunderland einzuführen. Nur mit dem Pacing hapert es ein wenig: Mal will Yates unbedingt an einem ruhigen Ort verweilen, mal zerrt er ungeduldig wie ein kleines Kind am Arm des Betrachters und will auf zur nächsten Attraktion.

Wertung 3½/5 Sternen

Filmmusik – Routiniertes Klanggewitter

Der Komponist James Newton Howard verfügt über sehr viel Erfahrung bei der adäquaten Untermalung von Genrefilmen, steuerte er doch schon die Musik zu den Leinwandauftritten solcher Heldenfiguren wie Batman, Peter Pan und Katniss Everdeen bei. Mehrmals arbeitete er auch schon mit M. Night Shyamalan zusammen. Ein fähiger Mann also, der mit allen Wassern gewaschen ist. Ob sein Beitrag zu „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ nun so gigantisch ist wie manche frühe Stimmen zum Film behaupten, das sei mal dahingestellt. Eigentlich fehlt da doch noch so ein bisschen das Einprägsame, also das Alleinstellungsmerkmal, im Score, doch das ist heute ja bei fast allen Blockbustern so. Ein paar gefällige und angemessene Melodien sind aber allemal entstanden.

Wertung 3/5 Sternen

Nachbearbeitung – Gut investierte 180 Millionen US-Dollar

Anders als etwa zuletzt bei „Doctor Strange“ verkommt hier die Magie niemals zu einer vordergründigen Show aus Laser-Effekten und visuellen Spielereien um ihrer selbst willen. Alle Hinguckermomente sind stets Bestandteil der Story. Das soll nicht heißen, dass beim Einsatz von CGI wieder einmal Hollywood-typisch unnötig dick aufgetragen wird. So werden gerade bei einigen anthropomorphen Fabelwesen fast nur noch Zeichnungen vom Rechner verwendet, wo sich früher die Maskenbildner austoben durften. Das macht jedoch einen Gnarlack nicht gleich zum nächsten Gollum. Trotzdem sind die Liebe zum Detail und die Sorgfalt bei den Tricksequenzen wie auch bei den Kulissen absolut positiv hervorzuheben. Durch den Look der Goldenen Zwanziger wird dem Ganzen auch noch zusätzlich viel Würde und Klasse verliehen. Ein exquisites Filmmärchen also. Gewöhnungsbedürftig sind nur der drollige, aber komplizierte Fachjargon und die Eigennamen, aber das gehört bei Rowling halt eben dazu.

Wertung 3½/5 Sternen

Fazit – Der bessere Zauberer?

Es ist der Beginn einer voraussichtlich fünfteiligen Filmreihe und die Weichen für eine erfolgreiche Kinofortsetzungsserie werden hier geschickt gestellt. Schon vorab wird der Mehrteiler-Grundstein mit Lob überschüttet: So scheinen beispielsweise die Oscar-Auszeichnungen für die Trickeffekte, die Kostüme und die Musik einigen Kritikern zufolge bereits beschlossene Sache zu sein. In jedem Fall muss sich Harry Potter warm anziehen, denn da ist ein mächtiger neuer Hexer im Revier: charmant, smart, vielseitig und faszinierend. Dessen erstes Leinwandepos ist nicht nur für eingeschworene Potheads ein Genuss sondern auch für ein breites Publikum genau das Richtige so unmittelbar vor Weihnachten.

Wertung 3½/5 Sternen

Wertungsdetails

Gesamt: 3.5

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