Doctor Strange | Film-Freak

Film

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Plakat zu "Doctor Strange" © 2016 Marvel Studios

Doctor Strange

Startdatum
Regie
Schauspieler
Genre
Film-Freak
User
27. Oktober 2016
2.0
5.0
2.0
Nicht so schlecht!

Inhaltsangabe

Der Neurochirurg Stephen Strange wird bei einem schrecklichen Autounfall schwer verletzt und muss seinen Beruf aufgeben. In Tibet verspricht er sich Heilung, doch dort entdeckt er die verborgene Welt der Magie und der alternativen Dimensionen.

Details

Doctor Strange
Marvel Studios
USA
26. Oktober 2016
Lies hier warum:
Film-Freak vergibt für "Doctor Strange" 2.0 von 5 Sternen!
2.0 Sterne
5.0 Sterne

Bilder

Trailer

DOCTOR STRANGE – Trailer #1 (Full HD) – Deutsch/German

veröffentlicht am 20. August 2016

Videos

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Kritik

Seit Beginn dieses Millenniums tummeln sich scharenweise Superhelden auf der Leinwand und feiern große Kassenerfolge. Gerade in letzter Zeit dominieren sie nahezu die Kinolandschaft. Während ein allseits bekannter Heroe wie Spider-Man in der jüngeren Vergangenheit bereits mehrfache Reboots erlebte, stehen andere Recken aus der zweiten und dritten Reihe, die bislang hauptsächlich den Comic-Nerds bekannt sind, gerade vor ihrem ersten Sprung vom Papier in die Blockbuster-Welt. Zu letzterer Kategorie gehört auch Doctor Strange, Titelheld des neuesten Beitrags zum Marvel Cinematic Universe.

 

Schauspieler – Große Talente, kleine Aufgaben

Der vor allem durch die TV-Serie „Sherlock“ bekannte englische Schauspieler Benedict Cumberbatch schaut zumindest aus wie das gespuckte Ebenbild von Dr. Stephen Strange in der gezeichneten Vorlage. Es ist nicht die Schuld des meist besorgt dreinblickenden Briten, dass Strange trotz seines Schicksals und der von ihm zu treffenden Entscheidungen so wenig Persönlichkeit entfalten kann. An seiner Seite sind mit u.a. dem „Fernseh Hannibal Lecter“ Mads Mikkelsen, der einst mit „Girls Club – Vorsicht bissig!“ durchgestarteten Rachel McAdams sowie mit der Oscar-prämierten und durch ihr Äußeres irgendwie immer auffälligen Tilda Swinton hochkarätige Darsteller am Start, die aber alle in ihren schattierungsarmen Gut-oder-Böse-Rollen unterfordert bleiben. Über manche Casting-Entscheidung ließe sich sicherlich streiten, doch insgesamt verleiht die Besetzung der protzigen Eye Candy Orgie so etwas wie Klasse.

Wertung 2,5/5 Sternen

 

Story – Eine Nische für den Doc?

Ist Strange nun mehr ein Zauberer oder ein Draufgänger? Sein größtes Manko ist, dass er auf den unwissenden Kinobesucher wirkt wie ein gealterter Superman (blaues Outfit, roter Umhang) mit geligen Haaren und Dreitagebart, der halt eben Blitze aus seinen Händen verschießen kann. Aber nicht nur die Hauptfigur erscheint nicht gerade sonderlich originell, auch ihr Abenteuer wirkt wie ein aus sämtlichen Fantasystreifen und Superheldenfilmen zusammengeklöppelter Flickenteppich – 1963 bereits ins Leben gerufene  Comicvorlage hin oder her. Da nützt auch der bemüht mystische Anstrich nichts: Diese Origin Story besitzt keinerlei Tiefe oder Inhalt zum Nachdenken, auch wenn sie es mit schwülstiger Wichtigtuerei vorzugaukeln versucht. Was immer da an Substanz in den Heften existieren mag: Auf die Leinwand wurde wieder einmal nur ein Bruchteil davon rüber transportiert. Darum ist auch den überschäumenden ersten Reviews auf den US-amerikanischen Newsseiten und Movie-Nerd-Blogs kein Glauben zu schenken, die „Doctor Strange“ bereits attestieren, anders zu sein, denn die gleichen Quellen lassen sich von jedem Hype sofort anstecken. Da ist eben nichts anders. Es ist wieder nur die übliche Rumms-Bumms-Effektshow.

Wertung 1,5/5 Sternen

 

Regie – Das Skript ist schuld

Der noch gar nicht so erprobte Scott Derrickson, von dem auch „Der Exorzismus von Emily Rose“ sowie die beiden „Sinister“-Teile stammen, übernimmt neben der Regie auch gerne zusätzlich das Drehbuch – so auch hier. In diesem Fall hat der gute Mann sich aber in eine Sackgasse geschrieben, die er durch die Regie auch nicht mehr verlassen kann. Zu durchschnittlich ist seine Koordination der Dinge, als dass sie die mittelmäßige Handlung noch großartig aufwerten könnte. Ein übermächtiges Produzentenschwergewicht, das Derrickson zur Marionette degradieren würde, war auch nicht im Hintergrund am Werk, um die ganze Angelegenheit vielleicht noch in eine etwas andere Richtung zu lenken – nur diverse Marvelfilm-Realisierer im Dauereinsatz. Und Stan Lee segnet ja eh seit jeher so ziemlich alles ab, was auch nur ansatzweise auf den Bildergeschichten aus seinem Verlag basiert. Ein knackigeres, originelleres Treatment hätte schon so viel bewirken können.

Wertung 2/5 Sternen

 

Filmmusik – Einwandfrei, aber glanzlos

Heute klingt Filmmusik aus Hollywood so oft gleich, weil sich immer weniger Filmkomponisten auf Experimente einlassen oder mit abweichenden Klängen Wagnisse eingehen. Der Score von Michael Giacchino für „Doctor Strange“ ist da leider keine Ausnahme. Der u.a. für die Musik der TV-Serie „Lost“, der „Star Trek“ Trilogie von Produzent J.J. Abrams und „Jurassic World“ verantwortliche Giacchino kann markante Melodien abliefern, die sich für immer im musikalischen Gedächtnis der Zuschauer einnisten, das hat er in der Vergangenheit einige Male bewiesen. Hier gelingt es ihm jedoch nicht. Was er da für das Superheldenepos geschrieben hat, das ist wieder nur der zweckdienlich bombastische, aber letztlich vollkommen unpersönlich gewebte Klangteppich aus der Filmmelodiefabrik.

Wertung 2/5 Sternen

 

Nachbearbeitung – Allzu vertraute Phantasiewelten

Matrix“ trifft auf „Die Legende von Aang“ und „Inception„. Wenn ein staunender Held in spe mit einer die Realität überlappenden Paralleldimension vertraut gemacht wird, als Weißer inmitten von überwiegend Kaukasiern – „Whitewashing“! – in einem Shaolin-Tempel seine Superkräfte trainiert und später um ihn herum Wolkenkratzerlandschaften buchstäblich zusammengefaltet werden, dann kommen dem erfahrenen Kinogänger genau die eben genannten Titel unweigerlich in den Sinn. Und genau diese wohl nicht einmal beabsichtigten Zitate machen es der 165 Millionen Dollar teuren Produktion so schwer, einen eigenen visuellen Stil zu finden und sich abzusondern. Was nützt es, wenn die Spezialeffekte und Kulissen durch die Bank astrein ausschauen, aber das Gezeigte so oft unweigerlich an Versatzstücke aus früheren Blockbustern erinnert, die sich einem ins Gehirn eingebrannt haben? Ein klarer Beweis für Hollywoods Stagnation und Einfallslosigkeit? Das wieder einmal massiv CGI-getränkte Finale ist auch nur die alle Sinne betäubende Zerstörungsorgie vom Fließband.

Wertung 3/5 Sternen

 

Fazit – Strange, aber nicht Strange genug

Entweder packt einen die Begeisterung für den Zauberdoktor oder der Film lässt einen vollkommen kalt. Unstrittig sollte aber sein, dass diese von den Comic-Geeks heiß ersehnte Realverfilmung die spaßige Verspieltheit der Überraschungshits „Deadpool“ und „Suicide Squad“ schmerzlich vermissen lässt. Gleichzeitig will sich aber auch das Gefühl des Epischen nicht so recht einstellen, weil es dem Plot dazu an Originalität und dem gesamten Werk an markanten Eindrücken fehlt. Unabhängig davon ob „Doctor Strange“ ein Erfolg wird oder nicht: Die Titelfigur ist eben doch kein Spider-Man, Batman, Superman oder Iron Man und übt einfach nicht die gleiche Faszination aus. Es ist bloß ein weiterer Typ im Cape, der den 2016 nicht enden wollenden Hunger auf Heldenfiguren kurzfristig stillt, bis der nächste echte Comic-Leckerbissen aufgetischt wird.

Wertungsdetails

Gesamt: 2.0

Wertungen

"Doctor Strange" ist bisher von 1 Usern bewertet worden. Dabei haben sie im Schnitt 5.0 von 5 Sternen vergeben.

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