Die Verführten | Film-Freak

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Plakat zu "Die Verführten" © 2017 Film-Freak

Die Verführten

Startdatum
Regie
Schauspieler
Genre
Film-Freak
User
29. Juni 2017 - 1 Std. 33 Min.
5.0
5.0
Meisterwerk!

Inhaltsangabe

Virginia im Jahre 1864- der amerikanische Bürgerkrieg rückt immer näher an das Mädchenpensionat unter der Leiterin Mrs. Farnsworth. Eine Schülerin findet einen verletzten Nordstaatensoldat im Wald. Die Frauen beschließen aus christlicher Nächstenliebe, ihn gesund zu pflegen, bevor sie ihn ausliefern. Doch der attraktive Mann stiftet Unruhe in ihrem Haus. Begierden erwachen und Intrigen werden gesponnen.

Details

The Beguiled
American Zoetrope, Focus Features
USA
23. Juni 2017
10.500.000 US-$
20.776.669 US-$
Lies hier warum:
Film-Freak vergibt für "Die Verführten" 5.0 von 5 Sternen!
5.0 Sterne

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Kritik

Im US-Bürgerkrieg erfährt ein verletzter Yankee in einem Mädchenpensionat der Südstaaten Nächstenliebe, Begierde und Misstrauen – und kämpft stetig um sein Überleben.

 

Schauspieler – Ein Pensionat voller Femme Fatales

Colin Farell findet sich als verletzter Nordstaatensoldat in einem Haus voller Ladies in den Wäldern Virginias wieder. Gekonnt spielt er den Mann in einer vertrackten Lage, der die Frauen um ihn herum für sich gewinnen muss, um zu überleben. Dabei bleibt sein Charakter bis zum Schluss undurchsichtig. Die Dame des Hauses, gespielt von Nicole Kidman, tut zunächst alles, um ihre Mädchen vor dem Fremden, aber auch vor dem Krieg und seinen Gefahren zu beschützen. Glaubhaft verkörpert sie die Matrone des Hauses, die zwischen Versuchung und Pflicht hin und her gerissen ist. Ebenso brilliert die wunderbare Kirsten Dunst als unverheiratete Lehrerin, die sich vom attraktiven Soldaten umgarnen lässt, obwohl sie es eigentlich besser weiß. Schließlich dürfen wir die gekonnte Darbietung einer frühreifen Jugendlichen mitverfolgen, gespielt von Elle Fanning. Nie zuvor wurde das Wort “Apple Pie” von einer 16-jährigen so lasziv ausgesprochen.

Wertung: 5/5

 

Story – Verführung und Gefahr in den Wirren des Krieges

Ein attraktiver Soldat allein im Mädchenpensionat, diese Prämisse verspricht Verwirrungen und Konflikte. Doch was mit amüsanter Koketterie beginnt, wird ganz schnell todernst. Die Frauen sind hin- und hergerissen zwischen ihren christlichen Pflichten und ihren Bedürfnissen. Nichts an dieser Geschichte ist einfach und keine der Figuren hat nur einen einzigen Grund für ihr Handeln. In kleinen, aber gezielten Schritten eskaliert die Situation in diesem Haus voller lieblicher Ladies. Einen Punkt Abzug gibt es wegen der Naivität der jungen Lehrerin, die sich etwas zu leicht durch ihre Frustration beeinflussen und vom Soldat umgarnen lässt.

Wertung: 4/5

 

Regie – Die Marke Sofia Coppola bleibt unverkennbar

Sofia Coppola erzählt „Die Verführten“ eine Geschichte der Begierden und Intrigen aus einem eindeutig weiblichen Blickwinkel. Wie bereits in “Lost in Translation” setzt die Regisseurin auf ein langsames Erzähltempo und eine träumerische Atmosphäre. Manche Kameraeinstellungen betrachten die Figuren aus Möbelritzen heraus, und erzeugen so das Gefühl von Enge und Unausweichlichkeit. Das Licht ist durchweg sanft, jede Einstellung ist ein Gemälde für sich. Mit einem langen Blick auf die Villa von außen, umrahmt von Bäumen und Zäunen, werden die einzelnen Akte getrennt. Nicht umsonst hat Coppola für “Die Verführten” den Regiepreis von Cannes gewonnen.

Wertung: 5/5

 

Filmmusik – Bedrückende Stille

Obwohl es durchaus Musik in diesem Film gibt, sind doch viele Szenen vollkommen frei von einer Soundkulisse. In anderen Szenen wird diese durch das Zirpen von Grashüpfern oder das Rauschen des Waldes beigesteuert. Diese Entscheidungen zeigen sich zugunsten der Stimmungserzeugung.

Wertung: 5/5

 

Nachbearbeitung – Geschickte Schnitte

Das Licht ist, wie bereits erwähnt, sanft, fast dunkel, und warm. Die Einstellungen sind lang, um die nonverbale Kommunikation der Charaktere einzufangen. In einem Feature berichtete Coppola selbst, dass besonders die Dinner-Szenen aufwendig zusammengeschnitten werden mussten, um die verschiedenen Blickwinkel der Figuren darzustellen. Die jüngeren Darstellerinnen mussten so in die Szenen eingebaut werden, dass die Szenen auch weitergedreht werden konnten, wenn diese in der Schule waren, statt am Set. Ganz schön knifflig!

Wertung: 5/5

 

Fazit – Gelungenes Remake

Sofia Coppolas Remake des Filmes von 1971 zeigt die Story aus einer weiblichen Perspektive und untersucht die Auswirkung der Anwesenheit eines Mannes in einer von der Außenwelt isolierten Gruppe von Frauen. Wer Kostümfilme mag und dazu noch einen Hang für komplizierte Charaktere hat, ist mit diesem in Cannes prämierten Streifen gut beraten.

Wertungsdetails

Gesamt: 5.0

Wertungen

"Die Verführten" ist bisher von 0 Usern bewertet worden. Dabei haben sie im Schnitt 0.0 von 5 Sternen vergeben.

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