Der Mann aus dem Eis | Film-Freak

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Plakat zu "Der Mann aus dem Eis" © 2017 Lucky Bird Pictures

Der Mann aus dem Eis

Startdatum
Regie
Schauspieler
Genre
Film-Freak
User
30. November 2017 - 1 Std. 36 Min.
4.0

Inhaltsangabe

Vor über 5000 Jahren lebt der Steinzeitmensch Kelab mit seiner Familie und seinem Stamm friedlich in den Öztaler Alpen. Als er eines Tages von der Jagd zurückkehrt, muss er feststellen, dass die Siedlung überfallen wurde und der ganze Stamm mitsamt Frau und Sohn ermordet wurde – auch das Heiligtum der Gemeinschaft wurde geraubt. Von Wut und Rache angetrieben macht sich Kelab auf die Suche nach den Tätern. Bald nimmt er deren Spur auf, doch er ist dabei nicht nur der erbarmungslosen Natur ausgesetzt, sondern sieht sich auch mit der Frage konfrontiert, ob er seinen Rachegelüsten nachgeben soll....

Details

Der Mann aus dem Eis
Lucky Bird Pictures, Echo Films
Österreich, Deutschland, Afghanistan
30. November 2017
Lies hier warum:
Film-Freak vergibt für "Der Mann aus dem Eis" 4.0 von 5 Sternen!
4.0 Sterne

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Kritik

Endlich wissen wir, was mit Ötzi, der berühmten Eismumie aus den österreichischen Ötztaler Alpen, passierte, bevor er starb. Zumindest war das die Aufgabe, die die Crew von „Der Mann aus dem Eis“ sich gestellt hat. Regisseur Felix Randau wollte sich möglichst eng an die Historie halten und spannte die Schauspieler um Jürgen Vogel in ein aufwändiges Projekt ein. Ob dieses dem Kult um Ötzi gerecht wird, erfahrt ihr hier.

Schauspieler – Prähistorischer Sprachkurs

Die Darsteller dieses Films haben ihren Job wirklich verdammt gut gemacht. In den jungsteinzeitlichen Kostümen stapfen sie durch kniehohen Schnee (Nein, kein künstlicher Studio-Schnee. Das Zeug ist echt!) in vierstelligen Höhenmetern. Dazu sprechen sie nicht mal eine uns bekannte Sprache, sondern das damals in dieser Region gesprochene Alträtisch. Dadurch sind sie gezwungen, alles andere, wie Intonation, Mimik und Gestik besonders zu betonen. Dies gelingt allen Darstellern ausgezeichnet. Man versteht die Story ohne Untertitel. Das ist eine Leistung.

Wertung: 5/5

 

Story – Eiskalte Rache

Der Film folgt Kelab, Vater und vielleicht Geistlicher eines Alpendorfes vor 5000 Jahren. Als Kelab auf der Jagd ist, wird sein Dorf von überfallen und in Brand gesetzt. Als er zurückkehrt, ist bereits alles zu spät. Die Bewohner sind tot, nur ein Säugling hat überlebt. Noch dazu wurde ein besonders wertvoller Gegenstand gestohlen, dem spirituelle Bedeutung im Dorf innewohnte. Kelab schwört Rache. Mit dem Baby auf dem Rücken und einer Ziege im Schlepptau (Um das Baby zu füttern. Clever!) macht er sich auf einen beschwerlichen Weg über einen Alpenpass und verfolgt die Männer, die sein Zuhause zerstört haben. Insgesamt ist die Story ausreichend spannend, um den Zuschauer am Ball zu halten, wäre die Szenerie und die Schauspielkunst jedoch nicht so beeindruckend, wäre die Geschichte des Filmes alleine ungenügend. Man muss sich fragen: Warum setzt dieser Kerl, der oft mehr Glück als Verstand hat, sein Leben so aufs Spiel?

Wertung: 3/5 Sternen

 

Regie – Die richtigen Entscheidungen

Felix Randau hat sich etwas getraut und damit alles richtig gemacht. Anstatt die Menschen wie primitive Steinzeitmenschen mit Knüppeln und Grunzsprache darzustellen, entschied er sich für das Portrait einer bereits in ihren Grundzügen entwickelten Zivilisation. Wer sich nie für Geschichte interessiert hat, wird so eines Besseren belehrt. Die Entscheidung, keine Untertitel anzuzeigen, sondern die Geschichte für sich sprechen zu lassen, ist ein raffinierter Schachzug. Der Zuschauer bildet sich so seinen eigenen Reim auf das Gesagte. Das logische Denken kann hier ein bisschen abschalten und mach Platz für das Aufnehmen der Gefühle, die der Film mit Bravour vermittelt. Hut ab, Herr Randau!

Wertung: 5/5 Sternen

Filmmusik – Klassisch, episch

Der Mann aus dem Eis“ lebt musikalisch von einem Orchester, das alle Szenen mit dem entsprechenden Pathos untermalt. Stellenweise sind recht ungewöhnliche Sounds eingebaut, die jedoch nie als unpassend auffallen. Insgesamt wird der Score der Respekt einflößenden Berglandschaft gerecht. Popusik wäre her fehl am Platz gewesen. Komponist ist Beat Solèr der bereits für „Der Ausflug“ und „Dating Lanzelot“ die Filmmusik schrieb. Ob der Soundtrack jedoch in die private Playlist gehört, bleibt jedem selbst überlassen.

Wertung: 4/5

 

Nachbearbeitung – Knochenarbeit statt Studioluxus

Die Dreharbeiten fanden in der Natur statt, auf Gipfeln und an Gletschern in schwindelerregenden Höhen. Was häufig nach Studiohintergrund oder Green-Screen aussieht, ist echt. In diesem Sinne ist hier wenig mit nachträglich digital eingefügten Effekten. Am ehesten werden Nachvertonungen und nachträgliche Bearbeitung der Lichtverhältnisse im Vordergrund gestanden haben. Dies ist jedoch gelungen, ohne dass es dem Zuschauer auffällt.

Wertung: 3,5/5

 

Fazit

($Der Mann aus dem Eis$) ist ein absolut sehenswerter Film, da er historisch wie emotional mit hohem Anspruch produziert wurde. Die Leistung der Schaupieler ist hervorragend. Obwohl die Geschichte reiner Spekulation entspricht (bis auf das Ende, natürlich) so zeigt sie doch Respekt und Wertschätzung für eine Ära, die wir schon lange vergessen haben.

Wertungsdetails

Gesamt: 4.0

Wertungen

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