Before I Wake | Film-Freak

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Plakat zu "Before I Wake" © 2016 Intrepid Pictures

Before I Wake

Startdatum
Regie
Schauspieler
Genre
Film-Freak
User
01. Dezember 2016 - 1 Std. 37 Min.
2.0
2.0
Nicht so schlecht!

Inhaltsangabe

Das Ehepaar Hobson hat vor nicht allzu langer Zeit seinen kleinen Sohn Shawn verloren. Obwohl der Verlust noch überhaupt nicht verabeitet ist, haben die Hobsons sich bereits für die Adoption eines neuen Jungen entschlossen. Doch Cody, der liebevoll aufgenommen wird, erweist sich schnell als außergewöhnliches Kind. Der von zahlreichen Pflegeeltern weitergereichte Sonderling ist in der Lage, seine Träume in feste Materie umzuwandeln. Bald schon kommt es im Haus der Hobsons zu übernatürlichen Phänomenen und auch der tote Shawn taucht immer wieder kurzfristig auf. Aber auch ein böses und gefährliches Monster scheint sich seinen Weg aus Codys Alpträumen in die reale Welt bahnen zu wollen.

Details

Before I Wake
Intrepid Pictures, Demarest Films, MICA Entertainment
USA
07. April 2016
Lies hier warum:
Film-Freak vergibt für "Before I Wake" 2.0 von 5 Sternen!
2.0 Sterne

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Kritik

Passend zur trüben Jahreszeit rund um Halloween steht mit „Before I Wake“ ein weiteres Gruselmachwerk, das quasi ins Jenseits spinchst, an. Dabei bekommt Deutschland den sanften Horror mit Fantasy-Elementen in den Lichtspielhäusern zu sehen noch bevor in den USA überhaupt ein Veröffentlichungstermin feststeht. Fragt sich nur, ob es sich auch lohnt, hierzulande so früh in den Genuss von dem zu kommen, worauf sich die Amerikaner bis 2017 gedulden müssen.

 

Schauspieler – Erstaunlich gelassen und unterkühlt

Kate Bosworth, die ihr Kinofilmdebüt einst in „Der Pferdeflüsterer“ gab,  und Thomas Jane, der auch schon als Superheld „The Punisher“ auf Rachefeldzug war, fungieren als Adoptiveltern. Grundsätzlich zwei fähige Darsteller, doch in diesem Fall sind es wohl das Drehbuch und die Regie, die das Elternpaar in ihrer mimischen Bandbreite beschränken. Denn Mama und Papa haben erstaunlich viel Kontrolle über ihre starken Emotionen und dürfen niemals mit ausreichend Freude, Verwunderung oder Entsetzen auf die Phänomene, die um sie herum geschehen, reagieren. Als adoptiertes Wunderkind Cody agiert der zehnjährige, aber bereits erstaunlich schauspielerfahrene Jacob Tremblay und macht seine Sache insgesamt recht ordentlich. Jedoch ist seine Leistung keine Sternstunde eines neuen Kinderstars in einem Gruselfilm wie etwa seinerzeit bei Haley Joel Osment, der in einer vergleichbaren Rolle in „The Sixth Sense“ mit dem unvergessenen Satz „Ich kann tote Menschen sehen.“ seinen großen Durchbruch feierte. Die Szenen in der Grundschule, in denen Cody mit anderen sehr jungen Kids interagiert, sind sogar ausgesprochen unbeholfen. Hier hätten unbedingt andere Takes für den finalen Cut verwendet werden müssen.

Wertung 2,5/5 Sternen

 

Story – Eins, Zwei, ein Traumdämon kommt vorbei

Oh weh, der große Schwachpunkt sämtlicher Gruselstreifen anno 2016: die Originalität des Stoffs. Ganz ähnlich wie beim Klassiker „Nightmare – Mörderische Träume“ mit Kultfigur Freddy Krueger geht die Gefahr vom Schlaf und insbesondere vom dabei noch arbeitenden und phantasierenden Verstand aus. Die Parallelen stechen jedem Film- und insbesondere Horrorkenner sofort ins Auge. Das nächste gewaltige Manko: Die unendlichen Möglichkeiten, die eine Materialisierung von Träumen bieten würde, können in einem einzigen Filmwerk wohl kaum jemals ausgeschöpft werden, aber hier wurde nicht einmal auch nur ansatzweise versucht, mit den vielen reizvollen Varianten eines solchen Plots zu spielen. Stattdessen wird bloß das Motiv des auferstandenen Sohnes überstrapaziert. Melodramatischer Verlustschmerz scheint hier eine wichtigere Rolle zu spielen etwa als Gänsehaut oder Nervenkitzel. Welch gigantisches Potential wurde da verschenkt! Und wenn auch noch böse, bissige Schmetterlinge (sic!) als Motiv der Bedrohung vorkommen, dann ist endgültig die Grenze zum albernen Kitsch überschritten.

Wertung 1/5 Sternen

 

Regie – Verschlafene Angelegenheit

Mike Flanagan heißt der verantwortliche Regisseur, der in diesem Jahr auch schon „Ouija: Ursprung des Bösen“ am Start hatte und zuvor bereits „Hush“ und „Oculus“ auf die Menschheit losließ. Dieses Multitalent, das hier auch wieder zusätzlich als Editor tätig war, hatte wohl auch wieder erheblichen Einfluss auf das extrem langsame Erzähltempo, die Hexenbrett-Beschwörung lässt grüßen. So erweist sich erst nach geschlagenen vierzig Minuten einer von Codys Träumen als gefährlich für Leib und Leben für die Personen, die unmittelbar Zeuge der Fähigkeiten des Bengels werden. Ein Freddy K. hätte zu dem Zeitpunkt schon mindestens drei Teenagern mit seinem Klingenhandschuh den Garaus gemacht. Aber nein, allzu süßlich kommt das kleine Familiendrama mit Abstechern in die Traumwelt daher. Im Selbstmitleid zu schwelgen und über Dinge zu reden ist ja auch viel wichtiger als etwa die Grenzen einer Superkraft oder einer geheimnisvollen Paralleldimension auszuloten. Nicht etwa, dass Flanagans Regie schlecht wäre, sie geht nur leider einher mit der ganzen übervorsichtigen Art des Films, der in allen Belangen lieber auf Nummer sicher geht, als sich mal was zu wagen oder etwas wirklich Neues auszuprobieren.

Wertung 2/5 Sternen

 

Filmmusik – Ratet mal wer…

Der Film schlägt buchstäblich gleich in mehrerlei Hinsicht leise Töne an. Der vor sich hin plätschernde Score hält sich nämlich auch so sehr zurück, dass er phasenweise fast nicht mehr existent ist. Dabei stammt die Komposition von niemand geringerem als Tim Burtons Freund und Lieblingsmusikschreiber Danny Elfman, dem Meister der verspielten Melancholie und der bittersüßen Melodien für Fantasy-Märchen. Unterstützung erhält Elfman auch noch von „The Newton Brothers“, Andrew Grush und Taylor Stewart, die ebenfalls schon viel Erfahrung mit Klängen im Bereich des Phantastischen Films gesammelt haben. Eine eigentlich sehr starke Kombo also, die hier aber absolut zu wenig abliefert. Für Elfman ist das wahrlich kein Karriere-Highlight: Was da im Hintergrund säuselt, wehklagt und zaghaft zu verzaubern versucht, hört sich an wie Material, das ursprünglich für bessere Filme gedacht war, wobei die Notenblätter zerknüllt im Papierkorb landeten und für „Before I Wake“ dann doch noch Verwendung fanden.

Wertung 1,5/5 Sternen

 

Nachbearbeitung – Süße digitale Träume

Bei dem Traumdämon, der den Hobsons das Leben schwer macht, handelt es sich – es kann 2016 ja gar nicht mehr anders sein – nur um eine dieser synthetischen, computeranimierten Gestalten, die nie wirklich den Eindruck erweckt, mit den realen Darstellern wirklich im selben Raum befindlich zu sein. Das Biest schaut außerdem unvorteilhafterweise aus wie eines dieser dürren, grauhäutigen und schwarzäugigen Aliens, die angeblich in Area 51 gefangen gehalten werden – nur dass es halt zusätzlich noch von Schwärmen von ebenfalls rechnergenerierten Schmetterlingen umgeben ist. Also nicht gerade eine beeindruckende Erscheinung, die anschließend in den Alpträumen der Zuschauer weiterspuken sollte.  Noch übler ist eine wenig überzeugende Morphing-Szene ganz am Schluss, die aussieht, als stamme sie aus einem B-Film in den Neunziger Jahren, als mit den neuen Möglichkeiten des PCs im Medium Film unbeholfen rumexperimentiert wird. Und die Tricks von damals sind bekanntermaßen fürchterlich schlecht gealtert. Fazit: alles viel zu künstlich und nichts state of the art.

Wertung 1,5/5 Sternen

 

Fazit – Exemplarisch für seinen Jahrgang

Diese Traumstunde ist genau wie der Großteil der Horrorfilme, die 2016 eine Kinoauswertung erfahren – und darunter insbesondere die mit einer FSK-Freigabe ab 16 Jahren, weichgespülter Einsteigerkram für Unerfahrene und Zartbesaitete. Der langjährige Genrefreund bleibt besser bei seinen Klassikern, die sich nicht nur meist mehr trauen sondern auch oft als phantasievoller beim Umgang mit dem Thema Träumen erweisen. Wer sich aber für z.B. „Ouija: Ursprung des Bösen“ oder „Conjuring 2“ in diesem Jahr begeistern konnte, der wird sicher auch hiermit gut bedient sein.

Wertungsdetails

Gesamt: 2.0

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